Was ist eine gelungene Bühnenperformance und wie kann ich meine verbessern

Wenn du für deine Bühnenperformance keinen Personal Coach von einem großen Label gestellt bekommst, schon immer mit Lampenfieber zu kämpfen hattest oder es Dir lediglich an Erfahrung fehlt, stellt sich automatisch die Frage, wie du auf der Bühne bestehst. Diese einfachen Tipps und Tricks sollen Dir helfen, Dich sicher, selbstbewusst und gekonnt auf der Bühne zu präsentieren!

Die Ausgangslage für eine gelungene Bühnenperformance

Natürlich gibt es nicht „das eine Bühnenkonzept“ oder „diesen einen Trick um wie ein geschulter Superstar zu wirken“. Wenn Ihr aber die hier sieben genannten Punkte beachtet habt ihr definitiv eine gute Basis um das Publikum von euch zu überzeugen.

Live Bühnenperformance

7 Tipps für deine Bühnenperformance

Im folgenden stelle ich dir 7 Tipps vor, welche ich in einem Brainstorming mit meiner alten Band zusammengefasst habe und wo wir denken, dass diese uns bei unser eigenen Bühnenperformance unglaublich viel gebracht haben. Bitte beachte bei allem was du an äußeren Einfluss sammelst:

„There is a danger of changing too much in the search for perfection.“

1 Tipp – Übung macht den Meister

Lass dich filmen! Werte nach jedem Konzert das Video deiner Bühnenperformance mit deiner Band oder deinen Freunden aus und finde heraus, was dir daran gut oder weniger gut gefällt. Beim nächsten Konzert bist du bereits schon in die Lage versetzt, schlechte Gewohnheiten und Fehler zu vermeiden. So kannst du dich immer weiter verbessern, bis du an dem Punkt angelangt bist, an dem  alles stimmig zu sein scheint und du mit dir selbst absolut zufrieden bist.

Bei einer Bühnenperformance verhält es sich so, wie mit allem anderen im Leben auch – Übung, und vor allem Wiederholung, macht den Meister. Erwarte nicht gleich beim allerersten Konzert, dass es perfekt wird. Je mehr Bühnenerfahrung du hast, desto besser und stabiler wirst du. Fehler zu machen ist genauso wichtig wie kleine und immer größere Erfolgserlebnisse zu haben. Nur so kann Entwicklung überhaupt stattfinden. Es ist ein fortwährender Prozess, der niemals zu enden scheint, aber dich immer ein Stück weiterbringt.

2 Tipp – Verstell dich nicht, sondern sei du selbst

Finde deinen eigenen Style und sorge dafür, dass du dich wohl fühlst! Lass dir kein Image, Kleidungsstyle oder Make up aufdrängen, das nicht zu dir passt. Natürlich solltest du dich mit deinen Bandkollegen farblich abstimmen und auch nicht außer Acht lassen, in welchem Genre ihr euch bewegt, jedoch ist es unverzichtbar, authentisch zu sein! Es ist möglich, dass Doktrin eine Zeit lang gut gehen, aber langfristig gesehen ist es ratsam, dich vor allem selbst zu finden, damit du immer besser schaffst dir selbst einzuräumen, dich in jeder Hinsicht genau so zu verhalten, wie es dir selbst auch am allermeisten entspricht.

3 Tipp – Alkohol erst nach deiner Bühnenperformance

Ganz gleich ob du schüchtern bist, Probleme mit Lampenfieber hast oder grundsätzlich nicht gerne im Mittelpunkt stehst – bleibe nüchtern! Wenn ihr alle das Konzert erfolgreich hinter euch gebracht habt, spricht nichts dagegen, dass ihr euren gemeinsamen Sieg stimmungsvoll und in angemessener Form abrundet, aber vorher nicht! Alkohol sowie alle anderen Drogen sind für das Publikum leicht erkennbar, wirken sich auf Artikulation, Reaktionsvermögen und Bühnenperformance belastend aus und sind einfach nur zutiefst unprofessionell.

4 Tipp – Texte, Riffs & Lineup müsst ihr Auswendig können

Macht keinen Gig, nur um voreilig sagen zu können: „Wir machen ’nen Gig!“
Sich vor der Zeit zur Schau zu stellen, bringt absolut nichts. Bevor ihr euch für ein ersten Auftritt entschließt, solltet ihr sicher in euren Programmdarbietungen sein. Die Tracks, die ihr performed, müssen perfekt sitzen! Macht euch unabhängig von Noten und Textblättern, übt genug – lieber zu viel als zu wenig. Trainiert den Durchgang, ladet Freunde als Zuschauer in euer Übungszimmer ein und – kennt eure Tracklist!

Stimmt euch aufeinander ab und lasst gegenseitige, konstruktive Kritik zu. Aufgrund dieser ehrlichen Basis wird ein unerschütterlich starker und mächtiger Zusammenhalt geschürt. Dadurch habt ihr euch selbst eingeräumt, ganz natürlich, frei und ungezwungen zu reifen und zu wachsen. Eine ausgeglichene, kontinuierliche, gemeinsame Entwicklung findet statt. Erst wenn ihr diesen Tipp tatsächlich verinnerlicht habt, könnt ihr den nachfolgenden umsetzen und realisieren.

5 Tipp – Das Publikum ist der Mittelpunkt

Ohne Publikum brauchst du kein Konzert zu veranstalten. Um mit der Crowd zu interagieren, sind Gesicht und Augen das wichtigste Performancemittel. Wenn du beispielsweise ein Soli auf der Gitarre spielst, finde selbst am meisten Gefallen daran, sodass Emotionen in deiner Mimik sichtbar werden. Wenn es dir unangenehm ist, direkt in die Crowd zu blicken, schaue vorerst leicht über sie hinweg, sodass trotzdem der Eindruck entsteht, dass du sie meinst. Zudem solltet ihr euch alle gut sichtbar positionieren und frontal, d.h. nicht mit dem Rücken zum Publikum stehen.

Die Interaktion mit dem Publikum ist entscheidend dafür, dass ihr der gesamten Zuhörerschaft in unvergesslicher Erinnerung bleibt. Aber desgleichen kann auch wiederum das Gegenteil stattfinden, wenn ihr nicht aufpasst. Deshalb verinnerlicht den 2. vormals von mir erwähnten Tipp und seid überzeugend echt.

6 Tipp – Ansagen, aber keine Fachreferate und Lebensgeschichten

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Publikumsinteraktion sind Ansagen. Diese sollten einerseits persönlich, eigen und kurios und andererseits kurz, präzise und verbindlich sein. Sage, was dich veranlasst hat, diesen Song zu schreiben sowie den Grund, warum du ihn unbedingt deinen Zuhörern mitteilen möchtest. Jedes Lied hat eine kleine Story für sich. Vermeide Floskeln wie z.B diese hier: „Bei meinem nächsten Song geht es um … “  Das wirkt einfältig, borniert und stupide. Moderiere keinesfalls jeden Track. Lass die Musik fließen.

Spiele zwei bis drei Lieder ohne Unterbrechung nacheinander. Notiere dir die Kernaussagen. Gehe sie vorher im Kopf durch. Moderiere nicht wie bei einem Schulreferat. Fasse dich kurz. Du bist Musiker, kein Nachrichtensprecher. Beobachte was bei deinen Zuhörern gut ankommt. Nimm jedes Feedback wahr. Wenn du dich dadurch wohler fühlst, nimm Moderationskarten zur Hilfe. Wirke gerade dadurch sicher und überzeugend.

7 Tipp – Positionswechsel während eurer Bühnenperformance

Vermeide unbedingt, lange an einer Stelle stehen zu bleiben und wie eine Wachsfigur deine Lieder zu präsentieren. Interagiere und gestikuliere in angemessener Form. Kontaktiere dein Bandteam. Spielt nicht gegeneinander, sondern zusammen. Das heißt nicht, dass ihr permanent im Kreis hüpfen oder herum hampeln sollt. Verhaltet euch dem Genre gemäß. Wenn ihr Punk Musik macht, ist hüpfen und springen legitim, bei Metal Kopfschütteln usw.

Der Protagonist, meistens der Sänger nebst Gitarre, sollte an der Rampe stehen. Wenn aber der Bassist ein Solo spielt, ändert den Standort. Lass ihn vortreten und geh in den Hintergrund. Der Drummer kommt nicht so oft zur Geltung. Deshalb sorge dafür, dass ihm ein längeres Solo eingebaut wird. Eine Möglichkeit wäre auch, ihm eine Ansage einzubauen.

Fazit

Perfektioniert alle eure Gigs unter den genannten Aspekten. Steigert euch kontinuierlich. So werdet ihr allmählich immer professioneller. Verabredet euch im Anschluss an die Bühnenperformance unbedingt zu einer Nachbesprechung. Tauscht euch ehrlich, respektvoll und kritisch aus. Vergesst jedoch dabei nicht, die Tür hinter euch zu schließen. Niemand geht euer Gespräch etwas an. Reagiere auf keinen Fall beleidigt, brüskiert oder verletzt, wenn Bandkollegen dich auf Fehler aufmerksam machen. Sei dankbar für das entgegengebrachte Vertrauen. Nutze diesen Ansatz, um dich zu verbessern. Alle sitzen im selben Boot. Eine Kette ist nur so stark, wie ihr schwächstes Glied. Was immer das auch heißen mag. Denke darüber nach. Unterstützt euch gegenseitig, wann immer es nötig ist. Seid ehrlich zueinander. Kopiert niemanden, sondern findet euren eigenen Style. Kennt eure Stärken wie auch Schwächen und wisst damit bravourös umzugehen. So fühlt ihr euch auf der Bühne frei, sicher und wohl und liefert eine exzellente Bühnenperformance ab.

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