Klassiker, der einfach zu früh geboren wurde

Die Jazzmaster wird in unterschiedlichen Versionen bereits seit 1958 hergestellt. Eigentlich als Nachfolgerin der Stratocaster als Topmodell der Marke geplant, blieb sie weit hinter den Erwartungen zurück und konnte hinsichtlich der Verkaufszahlen zunächst nicht überzeugen. Vor diesem Hintergrund wurde 1982 zwischenzeitlich die Produktion auch eingestellt.

Tatsächlich war sie wohl schlichtweg zu früh geboren. Ab 1990 wurde sie insbesondere mit dem aufkommenden Grunge- und Alternative-Rock richtig populär. Die spezielle E-Gitarre von Fender erlebte eine echte Renaissance, die bis in die heutigen Tage ungebrochen ist. Immerhin zeichnet sie sich durch das durchaus exotische Design aus, mit dem man sich als Gitarrist optisch vom Mainstream absetzen kann, und punktet mit ihrem speziellem Sound.

Features

  • Serie: Made in Japan
  • Bauform: Jazzmaster
  • Korpus: Erle
  • Hals: Ahorn
  • Halskonstruktion: Geschraubt
  • Halsprofil: Modern-‚C‘
  • Griffbrett: Ahorn
  • Griffbrett-Typ: Bundiert
  • Griffbrettradius in Zoll: 9,5
  • Griffbretteinlagen: Dot
  • Anzahl Bünde: 22
  • Bundformat: Narrow Tall
  • Sattelmaterial: Knochen
  • Sattelbreite in mm: 41,9
  • Mensur in mm: 648
  • Tonabnehmerbestückung: SS
  • Tonabnehmerhersteller: Fender
  • Halstonabnehmer: Hybrid II Custom Voiced SC
  • Stegtonabnehmer: Hybrid II Custom Voiced SC
  • Elektronik: Passiv
  • Schalter: 3-Weg
  • Regler: Vol, Tone
  • Brücke: Fender 6-Saddle Adjustable
  • Saitenhalter: Fender Vintage „Floating“ Trem
  • Mechaniken: Vintage-Style Locking
  • Gurtpins: Standard
  • Hardware: Nickel/Chrom
  • Farbbezeichnung: Vintage Natural
  • Finish: Hochglanz
  • Saitenstärke ab Werk: .009 – .042

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Gibson-Features auf Fender Jazzmaster verwendet

Dabei hatte Leo Fender in den Anfangstagen der Jazzmaster eine vollkommen andere Zielgruppe von Musikern im Visier. Erstmals 1958 auf der NAMM-Show in Anaheim der Öffentlichkeit präsentiert, zielte sie – wie der Name es bereits verdeutlicht – auf die Jazzmusiker, die einen warmen Klang bevorzugten und bis dato hauptsächlich auf Modelle von Gibson setzten. Diesen Teil des Gitarristen-Kuchens wollte Leo Fender selbstverständlich auch für seine eigenen Modelle begeistern. Der dabei hauptsächliche Unterschied der Gibson-Modelle waren die Ausstattung mit dunklem Palisander-Griffbrett sowie die Bestückung mit größeren Tonabnehmern.

Fender ging relativ unverfroren den pragmatischen Weg: Die Features übernahm er kurzerhand für die Jazzmaster. Irgendwie auch eine frühzeitige Copyshop-Philosophie mit musikalisch technischem Nimbus. Sei’s drum. Tatsache bleibt, dass die Jazzmusiker sich mit dem für damalige Zeiten modernen Design nicht anfreunden konnten. Und die Musik der härteren Gangart war noch nicht wirklich geboren. Die Jazzmaster musst noch etwa dreißig Jahre warten, um auf den Olymp der legendären Modelle zu steigen.

Das besondere „Hybrid“

Name: Hybrid II Jazzmaster MN VNT

Kategorie: E-Gitarre

Marke: Fender

Anbieter: Thomann

Fazit

Die Fender Hybrid II Jazzmaster MN VNT ist ein durchaus interessantes Instrument, das sich mit seinem Retro-Design deutlich von vielen Mainstream-Modellen unterscheidet und dabei nicht an Ausstattungsmerkmalen festklammert, die mittlerweile technisch überholt sind. Das E-Gitarre liefert mit den beiden flachen und zugleich breit gewickelten Single Coils einen warmen und gleichermaßen differenzierten Klang, der auch bei verzerrten Sounds durchsetzungsfähig und subtil zur Geltung kommt. Ein Instrument, das sicherlich nicht nur bei den Puristen und Nostalgikern seine Anhänger finden wird. Mit der Fender Hybrid II Jazzmaster MN VNT sind diejenigen bestens bedient, die ein individuelles Instrument ohne sonderlichen Schnickschnack suchen. Eine Gitarre für Unangepasste.

  • Ausstattung
  • Spezielle Features
  • Bespielbarkeit
  • Optik
  • Preis-/Leistungsverhältnis
Overall
3.9

Pros

  • Differenzierter, warmer Sound
  • Qualität Made in Japan
  • Bestückung mit flachen, breit gewickelten Pickups
  • Ansprechend authentisches Design
  • Gute Bespielbarkeit

Cons

  • Begrenzte Möglichkeiten durch Vintage-Style Tremolo