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Jahresrückblick 2021 Teil 2 – Alben der Monate Juli bis Dezember

Auch in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 erschienen viele interessante und nennenswerte Alben in den Bereichen Rock, Heavy Metal, Hard Rock und AOR. Wie auch im ersten Teil habe ich, rein subjektiv, einige Highlights der jeweiligen Monate herausgesucht und stelle sie nachfolgend, ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Ausgewogenheit, vor.. Niemand kann alle Veröffentlichungen auf dem Schirm haben und vielleicht ist ja der eine oder andere Tipp für Euch dabei. Weitere interessante Rock-Storys und Musiknews über Rock findest Du hier.

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Juli 2021 – Call Of The Wild

Es scheint, als wäre der Sommer ideal für Power Metal-Klänge, denn auch Powerwolf lieferten mit „Call Of The Wild“ ein gewohnt hartes Eisen mit vielen hymnischen Passagen ab. Natürlich erwähne ich auch im zweiten Teil weniger bekannte Bands, die überzeugen konnten. Eine ist die finnische Kombo Lost In Grey, auf deren Album „Under The Surface“ fesselnde und überzeugende Female Fronted Symphonic Metal-Sounds mit durchaus vielfältigem Gesang erklingen. Für Freunde weiblicher Gesangsstimmen bietet auch Lee Aaron auf „Radio On!“ melodiöse, radiokompatibe Rockmusik.

Wem der Sinn mehr nach rotzigem Rock mit Straßenflair steht, der wird sich für „Coaked And Loaded Live“ der L.A.Guns begeistern können, auf dem Tracii Guns und seine Truppe ihr 1989er-Album komplett live eingespielt haben, bevor im Herbst das neue Studio-Epos erscheint. Freunde des Gesangs von Johnny Gioeli wurden im Juli gleich doppelt bedient, denn es erschien mit „Heart, Mind And Soul“ ein weiterer Langdreher der Melodic Rocker Hardline. Außerdem ist Gioeli natürlich auf „Diamonds Unlocked II“ von Axel Rudi Pell zu hören. Gothic-Sound gepaart mit Industrial-Einflüssen präsentieren Lord Of The Lost auf „Judas“. Auch der ehemalige Twisted Sister Frontmann Dee Snider hat sich für „Leave A Scar“ ins Studio begeben und ein sehr eigenwilliges, aber dennoch überzeugendes Studiowerk aufgenommen.

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August – Wall Of Skulls

Eigentlich wäre im August Festival-Zeit, doch das kleine fiese Covid-Virus hat allen Festivalfreunden mächtig den Spaß verdorben, da die meisten Open Airs, wie auch Wacken, ausgefallen sind. Als Ausgleich gab es einige Album-Veröffentlichungen mehr, als im August üblich. Die Freunde des Power Metals werden auch im dritten Monat in Folge nicht enttäuscht, wofür „Revolution“ der Warkings sorgte.

Eine weitere Vollbedienung bekamen die Headbanger mit „Wall Of Skulls“ aus dem Hause Brainstorm. Knallharte klassische Metalriffs mit entsprechenden Kompositionen gab es auf „III“ von Thomsen zu hören. Auch die US-Amerikaner von Nightranger lieferten mit „ATBPO“, was für „And The Band Played On“ steht, ein starkes Stück Rockmusik ab. Die Dänen von Black Swamp Water haben sich hörbar auf „Awakening“ dem Rock á la Aerosmith & Co. verschrieben. Auch im August gab es ein interessantes Newcomer-Werk, namentlich „Storm Inside My Heart“ der Gummersbacher Freakstorm, die sich im Fahrwasser von Halestorm sehr überzeugend bewegen. Nicht vergessen zu erwähnen will ich Takida, deren Langspieler „Falling From Fame“ ebenfalls sehr überzeugend war.

Iron Maiden - Senjutsu
Das Cover von Iron Maiden mit dem neuen Album Senjutsu

September – Senjutsu

Das große Thema im September war natürlich Iron Maidens „Senjutsu“. Von den Fans lange herbeigesehnt, löste es aber sehr konträre Meinungen aus. Neben Iron Maiden gab es von Ex-Judas Priest-Gitarrist KK Downing mit „Sermons Of The Sinner“ ein weiteres klassisches Heavy Metal-Album, das ebenfalls für unterschiedliche Reaktionen sorgte. „Resurrection Day“ von Rage haben wir ja bereits vorgestellt.

Die einstige Nightwish-Sängerin Anette Olzon präsentierte sich mit „Strong“ erneut recht melodiös und sanft. Ebenfalls für Freunde der sanfteren Rockklänge ist „Pull“ von Doug Brons gedacht, der sich dem Westcoast und AOR-Sound angenommen hat. Ebenfalls diese Stilistik bedienen M.Il.Ion mit „Back On Track“. Doch auch Female Fronted Metal-Freunde wurden im September bedacht und zwar mit „Seven“ von Enemy Inside. Die Metal-Queen herself Doro Pesch, brachte mit „Triumph & Agony“ eine besondere Livescheibe heraus, die ihr selbst sehr am Herzen lag. Freunde des Progressive Rocks sollten sich unbedingt einmal „Memories & Intuition“ von den wenig bekannten Shumaun anhören.

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Oktober – Still Sucks

Seit jeher sind Oktober und November eines jeden Jahres die Monate mit den meisten Neuerscheinungen, was auch daran liegt, dass das lukrative Weihnachtsgeschäft lockt. Neben Yes die auch auf „The Quest“ wieder mit ihren Art Rock begeistern konnten, gab es im Oktober einige interessante Neuerscheinungen. Zum Beispiel konnte die Prog-Götter von Dream Theater mit „A View From The Top Of The World“ einmal mehr zeigen, dass sie zu Recht den Thron des Progressive Rocks seit Jahren innehaben.

Auch im melodiösen Rockbereich gab es mit „Wired“ von Eclipse und „IV“ von Houston sehr hörbare Werke. Coolen Rock mit viel Spielfreude gab es auf „Even Up The Score“ von Wayward Sons zu hören. Heavy Metal präsentieren Lords Of Black auf ihrem Album „Alchemy Of Souls – Pt. II“ und bei Manimal mit „Armageddon“. Teutonen-Metal á la Accept bot deren einstiger Frontmann Udo Dirkschneider unter dem Label U.D.O. mit „Game Over“ in gewohnt metallischen Gewand. Running Wild spielten Piratenmetal auf „Blood On Blood“ während Last Days Of Eden mit „Butterflies“ dem Symphonic Metal frönten. Aber auch das Hoffen der Limp Bizkit-Fans auf ein neues Studioalbum wurde erhört und die Nu-Metaller brachten zehn Jahre nach dem Vorgänger mit „Still Sucks“ einen Genrevolltreffer heraus. Ebenfalls wie gewohnt außergewöhnlich, kommt der ungewöhnliche Stilmix aus Progressive Metal, Sludge und Hardcore von Mastodon auf „Hushed And Grim“ daher.

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November – Street Lethal

Im November gab es mit „Street Lethal“ von Crazy Lixx ein durchweg gelungenes Hörerlebnis für Sleaze Rock-Fans. Die L.A.Guns präsentierten sich rockig und rotzend auf „Chekered Past“, während Jim Peterik, legendärer Musiker von Survivor und Komponist von „Eye Of The Tiger“, mit „Tigress – Women Who Rock The World“ es eher ruhiger mit seinen AOR-Songs angehen ließ. Die Rocker um Mr Lordi hatten übermäßig viele Ideen, Zeit und Kreativität, was sich in sieben neuen Alben niederschlug. Metallisch, bombastisch und melodiös geht es seit jeher bei Rhapsody Of Fire zu, so auch auf „Glory For Salvation“.

Victory, die Hardrocker um Herman Frank legten mit „Gods Of Tomorrow“ nach zehn Jahren überraschend ein neues Studioalbum vor, das den Stil in die Jetztzeit transportiert. Den Spaniern Hitten gelang es mit „Triumph & Tragedy“ den Sound von Skid Row & Co. in die Gegenwart rüberzubringen. Doch auch Newcomer überzeugten im November, wie zum Beispiel die reine Frauen-Formation Plush, die mit dem selbst betitelten Debüt-Album hart rockende Frauenpower demonstrierten. Ebenfalls begeisterte die Rocklegende Deep Purple mit einem besonderen, neuen Werk namens „Turning To Crime“. Ein weiteres groovendes Metal Highlight im düsteren, kalten und nebligen November lieferten die Mannen um Ex-Ozzy Osbourne Saitenhexer Zakk Wylde als Black Label Society mit „Doom Crew Inc“.

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Dezember – Servant Of The Mind

Die Dänen von Volbeat veröffentlichten im Dezember mit „Servant Of The Mind“ eines der besten Werke des Jahres, sofern man auf ihren Metal steht. The Three Tremors machten mächtig metallischen Druck mit „Guardians Of The Void“, was nicht verwundert singt u.a. Ex-Judas Priest-Sänger Tim „Ripper“ Owens bei der Truppe. Rifflastig und auf den Punkt erklingt „Temple Of Haal“ der Schweden von Nekromant, von denen in der Zukunft bestimmt einige gute Alben zu erwarten sind.

Land Of Gypsies präsentieren auf „Land Of Gypsies“ und Mad Anthony auf „Party Heaven Hell Whatever“ Hardrock á la Great White, Ratt und ähnlich ausgerichteten Kapellen. Melodic Rock–Anhänger erfreuten sich über das neue Output von The Murder Of My Sweet „A Gentleman’s Legacy“. Auch der ehemalige Sänger von Black Sabbath Tony Martin meldete sich nach langen Jahren mit „Thorns“ zurück und weckt Erinnerungen an Klassiker wie „Headless Cross“ und „Tyr“ von Black Sabbath. Ein solides Rockwerk kam mit „Outbreak“ aus dem Hause Wicked Sensation. Quasi als Rauswerfer aus 2021 erblickte „Memento Mori“ von Feuerschwanz am 31.12. das Licht der CD-Abteilungen.


Fazit

Die Flut der Veröffentlichungen im Jahr 2021 war hoch wie lange nicht. Dabei gab es viele, eher zu vernachlässigende Alben, aber eben auch hervorstechende Veröffentlichungen, erfreulicherweise auch von Newcomern, was Hoffnung und Mut für die Zukunft der Rockmusik aufkommen lässt. Freuen wir uns also auf viele gute und neue Musik im neuen Jahr 2022.

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