Zunächst sind seine Werke eher den Anhängern von sogenannter „progressiver Musik“ geläufig. In den 70er-Jahren steht diese Bezeichnung für Musik, die nicht in den Radio-Charts stattfindet und die von Musikkennern gehört werden, deren Bandbreite der von ihnen bevorzugten Künstler weitgefächert ist. Doch in den 80er- und 90er-Jahren halten auch Kompositionen vom The Alan Parsons Project Einzug in die Charts. Am 5. November veröffentlicht Alan Parsons ein Doppel-Livealbum. Weitere interessante Rock-Storys gibt es hier zu lesen.

Von den The Beatles und Pink Floyd zum The Alan Parsons Project

Der heute 72-jährige Alan Parsons ist bereits mit 18 Jahren im Musikgeschäft tätig. Er wirkt 1969 als assistierender Toningenieur an dem The Beatles-Album „Abbey Road“ mit. Inwieweit seine Arbeit tatsächlich Einfluss auf die Produktion hat, lässt sich nicht sagen. Auf jeden Fall erhält er so seine erste Reputation, die es ihm 1970 ermöglicht, für die damals aufstrebende Band Pink Floyd an ihrem Album „Atom Heart Mother“ ebenfalls als Toningenieur zu arbeiten. Kein schlechter Einstieg für den jungen Mann. Ebenfalls ist er als Tonassistent an „Let It Be“ (The Beatles), „Wild Life“ (Wings) und einigen anderen Produktionen beteiligt, bevor er sein Meisterstück abliefert.

Im Jahr 1973 ist er maßgeblich am Klang und der gesamten Produktion von Pink Floyds „The Dark Side Of The Moon“ beteiligt, fungiert er doch als Toningenieur und Produzent. Dieses Album setzt komplett neue Maßstäbe im Sound der Rockmusik. Weiterhin wird es zu einem der erfolgreichsten Alben aller Zeiten und hält sich allein in den USA 14(!) Jahre ununterbrochen in den Charts. Bis heute sind über 45 Millionen Einheiten dieses Meisterwerks verkauft worden. Für Alan Parsons stellt das den Ritterschlag dar und er erlangt Weltruhm mit seiner Arbeit. Er ist nun ein gefragter Toningenieur und Produzent und arbeitet u. a. an Alben von The Hollies und Al Stewart („Year Of The Cat“, später auch „Time Passengers“). Doch die Arbeit hinter dem Mischpult genügt ihm nicht und er beschließt ein erstes eigenes Album zu veröffentlichen. Dazu gründet er The Alan Parsons Project.

Alan Parsons mit neuem Doppel-Livealbum
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Vom Prog-Rock zum Mainstream

Für sein eigenes Projekt tut sich Parsons mit dem Produzenten, Komponisten und Gelegenheitssänger Eric Woolfson zusammen. Ergänzt wird das Projekt mit Musikern diverser Bands, die Parsons produziert hat. Beim ersten Album „Tales Of Mystery And Imigination (Edgar Allan Poe)“ wirken alle Musiker der Band Ambrosia mit. Als Gäste sind John Miles, der zuvor seinen Hit „Music“, produziert von Parsons hat, Terry Sylvester von The Hollies sowie Arthur Brown dabei. Das Konzeptalbum setzt Geschichten und Ideen des Autors und Dichters Edgar Alan Poe musikalisch um. Heute zählt das Album zu den 50 wichtigsten Prog-Rock-Alben aller Zeiten. Als es 1976 erscheint, erreicht es aber in Parsons Heimatland England nur Platz 56 der Albumcharts, in Deutschland aber immerhin Platz 11 und bleibt 133 Wochen in den Charts.

Wie sich später herausstellen wird, ist die Musik des Alan Parsons Project ideal für den deutschen Musikmarkt. Bereits ein Jahr später erreicht „I Robot“, das ebenfalls ein Konzeptalbum ist und sich aus musikalischen Umsetzungen der Kurzgeschichten von Isaac Asimovs „I Robot“ zusammensetzt, Platz 2 der deutschen Charts. Im Rest der Welt bleiben Parsons solch hohe Chartspositionen zunächst verwehrt. Er legt 1978 mit „Pyramid“ nach und positioniert sich auf 3 in Deutschland. Mit dem 1979er-Werk „Eve“ schafft er es in Deutschland endlich auf die Poleposition und wird mit seinem Instrumentalsong „Lucifer“ einem größeren Publikum bekannt, wird der Song doch für das Politmagazin „Monitor“ des WDRs als Titelmelodie verwendet. Trotz des Erfolges seiner Alben bleibt Parsons ein Single-Hit verwehrt. Auch Liveauftritte oder gar Tourneen gibt es zu der Zeit nicht und sind auch nie angedacht. The Alan Parsons Project ist ein reines Studio-Projekt.

Video aus dem Livealbum „Games People Play“

Single-Hits, Solo-Projekt, Live-Projekt

Erst im Jahr 1982 schafft er es mit der Single „Eye In The Sky“ vom gleichnamigen fünften Album in Deutschland auf Platz 38 und ist oft im Radio zu hören. Dieses Album ist eines der ersten Alben, das komplett digital aufgenommen wird. Musikalisch ist es eher kommerziell ausgerichtet, abseits des ursprünglichen Stil des Projektes. Das Jahr 1984 ist für The Alan Parsons Project das kommerziell erfolgreichste Jahr, denn die Single „Don’t Answer Me“ platziert sich auf Nummer 7 der deutschen Single-Charts und das dazugehörige Album „Ammonia Avenue“ auf Platz 1. Zwar folgen mit „Vulture Culture“ 1985, „Stereotomy“ 1986 und im Jahr 1987 „Gaudi“ noch drei weitere Alben, doch bis auf „Vulture Culture“, das es nochmals auf Platz 1 der Albumcharts schafft, gehen die Erfolge zurück. Schließlich wird 1990 The Alan Parsons Project aufgelöst.

Alan Parsons macht nun Solo weiter, bringt vier Alben heraus, die aber wenig erfolgreich sind. Nun geht er aber mit einer Band auf Tour, allerdings ohne seinen langjährigen Partner Eric Woolfson. Der finanzielle Schaden, der durch das von Woolfson inszenierte Musical „Freudiana“ auch für Parsons entsteht, soll Grund für die Trennung sein. Ab 2003 geht Alan Parsons mit dem The Alan Parson Live Project regelmäßig mit wechselnden Musikern auf Tournee. Er veröffentlicht im Jahr 2019 ein neues Studio-Album namens „The Secret“, welches zwar bei Fans und Kritikern gut ankommt, aber nie an die alten Erfolge anknüpfen kann.

The Neverending Show – Live In The Netherlands

Dass Alan Parsons, der u. a. auf zwölf Grammy-Nominierungen, einen Grammy sowie viele Gold- und Platin-Auszeichnungen zurückblicken kann, und seine Musik auch heute noch eine große Anhängerschaft hat, steht außer Frage. Was liegt da näher, als ein Live-Album zu veröffentlichen, auf dem die bekanntesten Kompositionen aus seiner Feder zu hören sind? Das denkt sich Parsons vermutlich auch und bringt nun ein Doppel-Livealbum in unterschiedlichen Variationen auf den Markt. Neben einem Audiodokument wird es auch eine DVD und eine BluRay dazu geben. Im Dezember wird das Live-Album dann auf Vinyl als 3 LP-Version veröffentlicht. Die Frage, die sich sicher viele Fans stellen ist, ob es sich lohnt, dieses Werk zu erwerben? Es kommt darauf an, was Ihr von diesem Werk erwartet. Die Zusammenstellung der gespielten Stücke ist ein Best-Of von Parsons’ Kompositionen.

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Insofern eine gute Kompilation mit Stücken wie „Damned If I Do“, „Don’t Answer Me“, „The Raven“, „Eye In The Sky“, „Games People Play“ und „(The System Of) Dr. Tarr And Professor Fether“ um nur einige zu nennen. Angereichert mit weniger bekannten Nummern wie „Old And Wise“, „Standing On Higher Grounds“, „Time“ oder gar „I Can’t Get There From Here“ vom letzten Studioalbum ist das Album eine gelungene Sammlung von Stücken in neuem Livegewand. Genau da könnten Puristen einhaken und anmerken, dass es eben nicht so klingt, wie man es seit Jahren kennt und liebt. Denen sei gesagt, dass „The Neverending Show – Live In The Netherlands“ für sie nicht geeignet ist. Allen anderen sei dieses Livewerk absolut empfohlen. Ach ja, Herr Parsons spendiert am Ende der zweiten CD sogar noch einen brandneuen Studiotrack namens „The Neverending Show“ als ersten, gelungenen Höreindruck des im kommenden Jahr erscheinenden neuen Studioalbums.


Fazit

Livealben sind immer so eine Sache, unterscheiden sich die dargebotenen Variationen der Songs vom gewohnten Hörschema. Natürlich ist das auch bei Alan Parsons der Fall, doch die Kompositionen sind es Wert, in diesen Versionen gehört zu werden. Wer es nicht mag, der greift auf die alten Studioversionen zurück.


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