Mit 80 Millionen verkaufter Alben gehören Kool & The Gang zu den Mega-Sellern im Bereich des Funks und Soul. Nach rund 14 Jahren sind sie nun mit ihrem neuen Album „Perfect Union“ am Start. Es ist das letzte, auf dem vier der fünf Gründungsmitglieder zu hören sind.

Als Schulband gestartet

Bereits im Jahre 1964 entsteht in New Jersey mit der Band Jazziacs die Keimzelle für die später weltweit erfolgreiche Formation. Zunächst spielen zwar die Brüder Ronald (Gesang, Saxofon) und Robert „Kool“ Bell (Bass) und ihre Mitschüler George Brown (Keyboards), Claydes Charles Smith (Gitarre) sowie Dennis „Dee Tee“ Thomas (Schlagzeug, Alt-Saxofon, Flöte) Jazzmusik, wenden sich aber alsbald dem Soul zu. Fünf Jahre später benennt sich die Truppe in Kool & The Gang, basierend auf Roberts Spitznamen, um. Sie erweitern ihre Besetzung auf acht Mitglieder und bekommen einen Plattenvertrag bei De Lite, einem unabhängigen Label. Das erste selbst betitelte Album erreicht, obwohl ein reines Instrumentalalbum, Platz 46 der Billboard R&B Charts, was als erster Erfolg gesehen wird. Sie besinnen sich darauf, zukünftig auch Gesang in den Stücken zu verwenden.

Kool & The Gang "Perfect Union"

Erste Erfolge in den 70er-Jahren

Neben zwei Live-Alben veröffentlicht die Band bis 1973 zwei weitere Studio-Alben, die Achtungserfolge erzielen können. Ihren ersten kommerziellen Erfolg haben Kool & The Gang mit ihrem vierten Studioalbum „Wild And Peaceful“, mit dem die Band drei Hits hat. So erreicht „Funky Stuff“ die Top 40 der Pop-Charts und „Jungle Boogie“ sowie „Hollywood Swinging“ schaffen es in die Top 10.

Die beiden letztgenannten Songs verkauften sich über eine Million Mal und werden von der Recording Industry Association Of America (RIAA) mit Gold ausgezeichnet. Ihren Erfolg setzen sie 1974 mit „Light Of Worlds“ fort. Sie scheinen es geschafft zu haben, als sich der Musikgeschmack Mitte der 1970er-Jahre verändert und die Disco-Welle um die Welt schwappt. Der kommerzielle Niedergang beginnt. Zwar veröffentlichen sie drei weitere Alben, die aber an die vorherigen Erfolge bei Weitem nicht heranreichen. In ihrer Not ändert die Band ihren Sound in Richtung Disco-Musik, setzt Backgroundsängerinnen und Streicher auf dem Album „The Force And Everybody’s Dancin“ ein, um sich so an den Zeitgeist anzupassen. Dies wird von den Fans abgelehnt und sie wenden sich von Kool & The Gang ab.

Hier ein Eindruck von „Pursuit Of Happiness“ Live

Megastars der 80er

Kaum zu glauben, dass es nur wenige Jahre dauern soll, bis sie 1979 ein Hit weltweit bekannt macht: „Ladies Night“ vom gleichnamigen Album. Mit einer Million verkaufter Einheiten erreicht das Album Platin-Status in den USA. Nun haben sie ganz nach oben geschafft und legen weitere Platin-Alben nach: Zunächst 1980 „Celebrate“ mit dem Hit „Celebration“ (der heutzutage leider für eine Süßigkeiten-Werbung im deutschen TV verwendet wird). Darauf folgt 1981 „Something Special“ mit dem Hit „Get Down On It“. Doch es ist schwer, sich an der Spitze zu halten, dennoch verkaufen sich die folgenden beiden Alben („As One“) 1982 und ein Jahr später „In The Heart“ mit dem Schmuse-Hit „Joanna“ jeweils mehr als 500.000 Mal.

Doch wer glaubt, die Truppe könne ihre bisherigen Erfolge nicht noch übertreffen, der wird 1984 „Emergency“ eines Besseren belehrt. Das Album mit den beiden Erfolgssongs „Fresh“ (heutzutage leider ebenfalls in der TV-Werbung für einen Frischkäse verwendet) und „Cherish“ bringt es auf mehr als 2 Millionen verkaufte Exemplare. Diese Marke erreichen sie aber nie wieder, denn Ende der 80er-Jahre reißt der Erfolg von Kool & The Gang ab. Sie veröffentlichen zwar weiter regelmäßig Alben, können aber zu keiner Zeit an ihre Erfolge anknüpfen. Im Jahr 2006 stirbt Gitarrist Smith und es folgt 2007 noch ein vermeintlich letztes Album.


Perfect Union – 2021

Die Überraschung ist groß, als Ende August 2021 ein neues Studio-Album von Kool & The Gang erscheint. Produziert wird „Perfect Union“ von Ronald Bell unter dem Pseudonym Khalis Bayyan bis kurz vor seinem Tod 2020. Da auch Ur-Mitglied Dennis Thomas 2021 kurz vor Veröffentlichung des Albums verstirbt, bleibt es das letzte, auf dem die verbliebenen Gründungsmitglieder zu hören sind. Musikalisch entspricht es den typischen Klängen der Band, orientiert sich aber auch an der aktuellen Musik. So gibt es in dem sehr groovigen Opener mit Ohrwurmcharakter „Pursuit Of Happiness“ einen Rap-Teil zu hören, der perfekt in den Bandsound eingepasst ist.

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Eine besondere Rap-Version findet sich als letztes Stück auf dem Album. Die Stücke sind im besten Sinne typisch für Kool & The Gang und bringen die Coolness und Leichtigkeit großartig herüber. „Weekend“, „Sexy (Where You get Yours)“ und „Good Time“ sind nicht nur tanzbar, sondern wären in den 80ern große Chartserfolge gewesen. Auch die etwas softeren Kompositionen „All To Myself“ sowie „Hold On“ klingen überzeugend wie zu den Hochzeiten der Gruppe.

Fazit

Kool & The Gang liefern ein großartiges Spätwerk ab, das den Funk und Soul nur so sprühen lässt. Die Altmeister des Genres zeigen hier den „jungen Wilden“ ein vermutlich letztes Mal, wie R&B-Musik klingen muss und wie sich viel Gefühl, Wärme und dennoch Coolness in Songs packen lassen.

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