Definition "Intervall" Musiktheorie verstehen

Definition: Was bedeutet "Intervall"?

Dieser aus der Musiktheorie stammende Terminus leitet sich aus dem lateinischen Sprachgebrauch ab und bedeutet das Folgende, siehe hier: intervallum, wörtlich: Zwischenraum. Damit ist im musikalischen Bereich der Abstand zweier Töne gemeint.

Ausführliche Definition von "Intervall" im bandup-Lexikon

Von einem Intervall spricht man, wenn zwei Töne gleichzeitig oder nacheinander gespielt werden. Der Name eines Intervalls leitet sich von der Anzahl der Töne ab, die es umfasst. Dabei umfasst das kleinste Intervall nur sich selbst, also ein- und denselben Ton. Das nächste Intervall umfasst zwei Töne, das darauffolgende drei usw. Die Namen der Intervalle, die von den lateinischen Ordnungszahlen abgeleitet sind, lauten wie folgt: Prime, Sekunde, Terz, Quarte, Quinte, Sexte, Septime, Oktave, und weiterführend None, Dezime, Undezime, Duodezime usw. Es gibt konsonante (siehe hier: con sonare, wörtlich: mit- bzw. gleich tönende, stimmige, harmonische) und dissonante (siehe hier: dis sonare, wörtlich: unstimmige) Intervalle. Das Klangergebnis eines Intervalls nimmt man entweder als Harmonie oder als Disharmonie wahr. Daraus ergeben sich drei Kategorien:

  1. Konsonanzen, die vollkommen sind: Prime, Quinte, Oktave
  2. Konsonanzen, die unvollkommen sind: Terz, Sexte
  3. Dissonanzen: Sekunden, Septimen sowie verminderte und übermäßige Intervalle
  4. Sonderstellung: Quarte (siehe hier: Die Quarte im Intervall klingt dissonant und die Quarte im Akkord konsonant.)

Bildquelle: kmf.kirchenmusik-ekkw.de

Intervalle definiert man über die Anzahl der Halbtonschritte, die das Intervall umfasst. Verwendet man zusätzlich zu den leitereigenen Tönen weitere chromatische Töne ergibt sich folgende Klassifizierung:

  1. Intervalle, die rein sind: Prime, Quarte, Quinte, Oktave
  2. Intervalle, die entweder groß oder klein sind: Sekunden, Terzen, Sexten, Septimen (und das, je nachdem, wie viele Halbtonschritte dazwischenliegen)

Bildquelle: kmf.kirchenmusik-ekkw.de

Je nachdem, ob man bei reinen Intervallen den Abstand ihre leitereigenen Töne verkleinert oder vergrößert, werden sie entweder zu verminderten oder zu übermäßigen Intervallen.

reine Quinte

übermäßige Quinte

verminderte Quinte

Sonderform eines übermäßigen Intervalls ist der Tritonus, dessen Töne einen Abstand von 3 ganzen Tönen haben. Er ist somit in seiner Urform eine übermäßige Quarte, der die Oktave halbiert, oder aber eine verminderte Quinte, als enharmonische Verwechslung dazu im Vergleich.

Tritonus

Kleine oder große Intervalle werden zu verminderten oder übermäßigen Intervallen, wenn die Anzahl ihrer Halbtonschritte verringert oder vergrößert wird. Ein Beispiel dazu, siehe hier: Eine kleine Sexte umfasst 8 Halbtonschritte und eine verminderten Sexte 7. Eine große Sexte umfasst 9 Halbtonschritte und eine übermäßige Sexte 10.

Bildquelle: kmf.kirchenmusik-ekkw.de

Komplementärintervalle

Als Komplementärintervalle bezeichnet man zwei Intervalle, die sich übereinander gesetzt zur Oktave ergänzen, z.B. die reine Quarte und die reine Quinte (5 Halbtonschritte + 7 Halbtonschritte = 12 Halbtonschritte)

Bildquelle: kmf.kirchenmusik-ekkw.de