Definition "Intonation" Musiktheorie verstehen

Definition: Was bedeutet "Intonation"?

Dieser aus der Musik stammende Terminus ist dem italienischen Sprachgebrauch entlehnt und bedeutet das Folgende, siehe hier: intonare, wörtlich: intonieren, stimmen, anstimmen, abstimmen. Gemeint ist damit das genaue Treffen und Einhalten der Töne innerhalb eines musikalischen Vortrags.

Ausführliche Definition von "Intonation" im bandup-Lexikon

Eine gute Intonation ist beim musikalischen Vortrag das A und O. Sie entscheidet darüber, ob sich der Zuhörer wohlfühlt oder ob er Missbehagen empfindet. Aus diesem Grunde wurde für die Feinabstimmung im Orchester oder Musikensemble der Kammerton a1 festgelegt. Die Frequenz dieses allgemeingültigen Kammertons, der als Bezugston für alle im Orchester vorhandenen Instrumente gilt, beträgt 440 Hz. Es liegt außerdem in der Verantwortung eines jeden Musikers, die Kontrolle über die Stimmung des eigenen Instruments, sowohl im Zusammenspiel mit den anderen als auch für sich selbst, permanent beizubehalten. Dasselbe ist für den Sänger relevant. Der Chorsänger gibt bei der Tongebung nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf den sich in unmittelbarer Nähe befindenden Sänger sowie auf den Gesamtklang acht. Dadurch wird vermieden, dass ein Chorpart entweder zu hoch (Distonieren) oder zu tief (Detonieren) endet. Der Gesang bleibt die ganze Zeit über rein. Derselbe Grundsatz gilt für den Ensemblegesang. Eine erstklassig geschulte Gesangsstimme, die in Einklang mit einer gut funktionierenden Atemtechnik steht, ist Voraussetzung für eine klare Intonation. Das gilt für Solisten wie Choristen gleichermaßen.

Bereits im Zuge der Herstellung eines Musikinstruments ist dieser Begriff relevant. Der Instrumentenbauer ist der Erste, der die Prüfung der Intonation vornimmt. Defizite im Instrumentenbau haben einen Einfluss auf die Intonation und müssen sofort behoben werden. Aufgrund der Vielzahl von Pfeifen und Registern ist es sehr mühsam und zeitaufwändig, die Intonation einer Orgel vorzunehmen, da jede Pfeife einzeln intoniert werden muss. Des Weiteren bezeichnet man den zu Beginn eines Musikstücks von einem Vorsänger solistisch ausgeführten, einleitenden Teil als Intonation. Ein Beispiel hierfür sind die Gregorianischen Gesänge, die in der Kirchenmusik beheimatet sind. Das Orgelvorspiel zu einem geistlichen Gemeindelied wird gleichfalls „Intonation“ genannt. Außerdem findet dieser Begriff in der Musikwissenschaft Anwendung, betrachtet man die von B.Assafjew geprägte „Konzeption von der intonationsmäßigen Natur der Musik“. Auf dieser Grundlage nämlich treten Begriffe hervor, wie z.B. die hier erwähnten: „Intonation der aufsteigenden Quarte“, „Intonation der elegischen Sexte“, „aktive Intonation“, „klagende Intonation“, „rufende Intonation“ u.a. Außerdem bezeichnet man Stilelemente als Intonation, die wie nachfolgend aufgeführt sind: „Die Intonationen des bürgerlichen Salons der Epoche des Modernismus“.