Definition "Ionisch" Musiktheorie verstehen

Definition: Was bedeutet "Ionisch"?

Ionisch oder auch ionischer Modus - Das Wort ionisch leitet sich aus dem altgriechischen Sprachgebrauch ab und umfasst alles, was im Zusammenhang mit dem in Griechenland ansässigen Stamm der Ionier steht, z.B. dessen Sprache, Kunst und Kultur. Ionisch nennt man daher einen Modus aus dem System der Kirchentonarten.

Ausführliche Definition von "Intervall" im bandup-Lexikon

Das System der Kirchentonarten bildet das tonale Ordnungsprinzip der abendländischen Musik, das seit der Antike Bestand hat. Im Nachhinein wurde es durch die beiden Modi ionisch und äolisch zur Erweiterung gebracht. Diese beiden s.g. authentischen Modi traten erst nach dem Mittelalter hervor. Im Jahre 1547 wurden sie von dem Schweizer Musiktheoretiker H. Glarean in das System der  klassischen Kirchentonarten eingegliedert. Aus der ionischen Tonleiter trat die Dur-Tonleiter hervor. Darin gibt es zwei Halbtonschritte, die sich zwischen der dritten und vierten sowie der siebten und achten Stufe befinden. Die ionische Tonleiter ist auf dem Grundton C aufgebaut sowie die äolische auf dem Grundton a. aufgebaut ist. Im 17. Jhd. wurden die Modi quasi durch das bis heute bestehende Dur-Moll-System ausgetauscht. Trotzdem behielten sie ihre spezielle Eigenart bei, die besonders durch die heute existierenden rhythmischen und klanglichen Mittel zur Geltung gebracht werden können. So werden die Modi beispielsweise ganz gezielt in Existenz gerufen, wenn es um bestimmte Akkordfolgen beim Improvisieren geht, sowie in der populären Musik schlechthin u.v.m.

Die verschiedenen Tonskalen sind in Aufbau und Struktur verwand. Es tritt nur ein minimales Unterscheidungsmerkmal hervor: Und zwar dieses, dass ein anderer Ton als C (Dur) als Grundton empfunden wird. Es gibt mehrere Möglichkeiten, um die verschiedenen Kirchentonarten exakt zu bestimmen. Entweder betrachtet man, in welcher Höhe sich die Halbtonschritte befinden, die auf der jeweiligen Tonskala liegen (siehe ionisch: 3./4. und 6./7.) oder man betrachtet die Vorzeichen und den Anfangston (siehe ionisch: ohne Vorzeichen, auf dem Grundton C) oder aber man betrachtet die typischen Unterscheidungsmerkmale (siehe ionisch: entspricht der Dur-Tonleiter). Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich jeweils eine Beispielmusik einzuprägen (siehe ionisch: „Vom Himmel hoch da komm ich her“ - EG 24).

Bildquelle: kmf.kirchenmusik-ekkw.de