Definition "Polyphonie" Musiktheorie verstehen

Definition: Was bedeutet "Polyphonie"?

Dieser aus der Musiktheorie stammende Terminus ist dem griechischen Sprachgebrauch entlehnt und bedeutet das Folgende, siehe hier: polýphōnos, wörtlich: viel- oder mehrstimmig, also zusammengesetzt aus den beiden Wörtern „polýs“, wörtlich: „viel“ bzw. „mehr“ und „phōnē“, wörtlich: „Stimme“. Gemeint ist eine Kompositionstechnik, bei der die verschiedenen Stimmen eigenständig verlaufen. Der Kontrapunkt ist dabei das tragende Element.

Ausführliche Definition von "Polyphonie" im bandup-Lexikon

Das besondere Wesensmerkmal der Polyphonie ist, dass die jeweiligen Stimmen gleichberechtigt, selbstständig und unabhängig voneinander verlaufen. Es gibt bestimmte Kompositionstechniken der Polyphonie, die sich im Laufe der Jahrhunderte bewährt haben und deshalb in der Lehre des Kontrapunkts festgelegt sind. Man unterscheidet zwischen einer Mehrstimmigkeit (Polyphonie), die der Zuhörer während eines Musikstücks vernimmt, und einer Mehrstimmigkeit, die sich in der Harmonielehre erkennbar macht. Die Noten werden nach bestimmten musikalischen Gesetzmäßigkeiten, die der Komponist befolgt, angeordnet bzw. gesetzt. Dadurch kam der Begriff „Polyphoner Satz“ zustande. Der s.g. Palestrina-Stil, der von Johann J. Fux durch sein Hauptwerk der Musiktheorie namens „Gradus ad Parnassum“ gesetzt wurde, etablierte sich als „das Lehrbuch-Ideal“ schlechthin sowie als ein gegensätzliches Prinzip, das der Harmonielehre, die von Jean-P. Rameau im Jahre 1722 begründet wurde, widerspricht.

Mit dem Begriff Homophoner Satz bzw. Homophonie ist genau das Gegenteil gemeint. Das anfangs erwähnte besondere Wesensmerkmal fällt hier weg. Alle Stimmen sind der Oberstimme untergeordnet, was als Melodiesatz bezeichnet wird. Die Unterstimme (Bass) bildet das musikalische Gerüst, wodurch ein harmonisches Gefüge zustande kommt. Die mittlere Stimme bzw. die beiden mittleren Stimmen fügen sich unterordnend ein. Alle Stimmen verlaufen in ein- und demselben Rhythmus, wodurch der s.g. Akkordsatz entsteht. Außerdem wurden Begriffe wie Monophonie und Heterophonie geprägt. Der zuerst erwähnte Begriff bedeutet Einstimmigkeit, und der zuletzt erwähnte, eine lediglich im Ansatz erscheinende Mehrstimmigkeit. Durch den Begriff Polyphonie wird eine klare Abgrenzung von den beiden anderen musikalischen Phänomenen bewusstgemacht und verdeutlicht.