Lesedauer: 6 Min.

Der StompMan Amp von Hughes & Kettner tritt an, um mit einem außergewöhnlichen Konzept zum Meilenstein der Verstärkergeschichte zu werden. Es handelt sich um einem Bodenverstärker, der als Schalt- und Verstärkungszentrale des Pedalboards dienen soll. Die spezielle Klangtechnologie von H&K unterstützt unterschiedlichste Sounds von gestern bis heute. Gerade weil er die Möglichkeit bietet, auf massig schwere Combos oder Top-Teile zu verzichten, lohnt sich ein Blick auf den neuen Hughes & Kettner StompMan Amp.


Produkt
Anwendung
Fazit und Bewertung


Kompakter Bodenverstärker als Effektpedal

Vor dem Hintergrund der jahrzehntelangen technischen Erfahrung insbesondere in der analogen Soundwelt hat der längst mehr als renommierte Hersteller Hughes & Kettner den StompMan Amp vorgestellt. Obschon bezeichnet als Effektpedal für E-Gitarre, gehört der StompMan eigentlich in eine vollkommen andere Kategorie. Denn tatsächlich handelt es sich bei dem Gerät um einen äußerst kompakten einkanaligen Gitarrenverstärker inklusive Endstufe und zwar im typischen Stomp-Box-Format. Daher rührt selbstverständlich auch der Name. Wir sprechen hier von einem Verstärker, der aus einem Pedal Board ein vollwertiges Top-Teil macht. Allein diese Tatsache ist bereits eine herausstechende Eigenschaft. Der StompMan Amp von Hughes & Kettner ist gewissermaßen die Endstufenschnittstelle über die das Pedalboard unmittelbar an die Gitarrenbox angeschlossen wird.

Sound-Verfeinerer bei Clean und Mid-Gain

Der StompMan Amp bietet diverse unterschiedliche Sound-Varianten, wobei er sich selbst offensichtlich nicht als analog-brachiales High-Gain-Soundmonster begreift. Vielmehr ist er imstande, etwa eine Tele zum Singen zu bringen und die klassischen Sounds der 60er- und 70er-Jahre zu liefern und zielt dabei weniger auf die Metal-Maniacs. Die überzeugenden Sounds reichen von Clean-Varianten bis zur differenzierten Zerre im mittleren Bereich, etwa nach dem Vorbild von EL34-Röhren. Der Metal-Sound beispielsweise im Stil von KT88-Röhren wird eher nicht nachgebildet. Tatsächlich sorgt er für einen mit Röhrentechnologie erstaunlich vergleichbaren organischen Sound.

Effekt-Loop nutzen oder Modelling-Amps pimpen

Und von diesem organischen Sound können auch Hybrid- und Modelling-Amps deutlich profitieren. Über den Effekt-Loop können Raumeffekte und weitere eingeschliffen werden. Ebenso kann aber auch ein zunächst digital klingender Modelling-Verstärker angeschlossen werden, wobei die integrierte Vorstufe auf Bypass gestellt wird. Im Ergebnis klingt der eingeschliffene Digital-Verstärker weniger kalt und wird gewissermaßen mit einer Portion Röhren-Imitation wärmer gemacht.

Alternative zu schweren Combos und Endstufen

Ein in den Knochen spürbarer Vorteil des Pedals ist das geringe Gewicht von gerademal 650 Gramm. Damit ist er eine körperfreundliche Alternative zu schweren Gitarren-Combos als auch Top-Teilen. Das Schleppen hat damit ein Ende. Wer ohne Soundeinschränkungen die Wahl zwischen einem Verstärker im Handtaschenformat und einem Modell mit zehn- bis dreißigfachem Gewicht hat, wird sich schon beim Ausprobieren die Hände reiben.


Erstaunliche Lautstärkereserven aus der kleinen Kiste

Angesichts der kompakten Maße würde man dem Bodenverstärker kaum überbordende Lautstärken zutrauen oder zumuten. In Wirklichkeit aber hat er geradezu erstaunliche Leistungsreserven mit an Bord. Der Miniatur-Kamerad hat eine Ausgangsleistung von 50 Watt. An 8 Ohm bringt er es immer noch auf 25 Watt, an 16 Ohm auf 12,5 Watt. Das bedeutet, man kann leise bei vollem Sound üben. Andererseits geht man im Bandgefüge nicht unter.