Hä, ein Bass ohne Bünde?

Eine ganz besondere Version des Basses ist der Fretless Bass. Das Alleinstellungsmerkmal dabei ist, dass das Instrument gänzlich auf Bünde verzichtet. Erfahre, wie ein E-Bass ohne Bundstäbchen gespielt wird, was die Klangcharakteristik ausmacht und welche die besten Fretless Bässe sind. Das alles jetzt in unserer Bass Beratung.

Was ist ein Fretless Bass, warum ist er so beliebt und wie spielt man ihn?

Der Fretless Bass und seine Geschichte gehen bis in das Jahr 1966 zurück. Damals wurde bei der Entwicklung eines Basses der Marke Ampeg ganz bewusst auf die Bundierung verzichtet, da das laute Schnarren der Saiten an den Bünden äußerst ungewünscht war. Darüber hinaus griffen immer mehr Kontrabassisten auf das elektrische, horizontale Instrument zurück und wollten Bass lernen. Diese waren das Bass-Spiel mit Bünden nicht gewöhnt und bewerteten es als sehr unangenehm. Heutzutage gilt der bundlose Bass als Klassiker unter den E-Bässen und punktet mit einer ganz eigenen Klangcharakteristik. Einzelne Musikrichtungen haben sich an die Klangfarbe des Fretless Bass angeglichen. Nicht zuletzt wegen dem Entfall der Bünde wird der Klang des bundlosen Basses gerne mit dem Kontrabass verglichen. Tatsächlich haben beide in Sachen Tonbildung einige Ähnlichkeiten. Einige Bassisten haben sich als Virtuosen im Bereich des Fretless Bass hervorgetan.

  • Erste Serienproduktion des Fretless Bass seit 1966
  • Entwicklung aufgrund gewöhnungsbedürftigem Wechsel vom Kontrabass
  • Eigene Klangfarbe wegen Wegfall der Bundstäbchen

Wie man Fretless Bass von Grund auf spielt

Was sich optisch unterscheidet, hat auch beim Handling seine Eigenheiten. Natürlich entspricht das Instrument weitgehend dem Standard-Bass. Natürlich gibt es auch weitere Formen des Basses, wie beispielsweise die Bass Ukulele oder Akusik-Bass. Vier beziehungsweise fünf Saiten werden in Standard-Tuning (E-A-D-G) aufgezogen und diese entsprechend per Finger-picking, Plektron oder Slapping angesteuert. Dennoch musst du ein paar Dinge berücksichtigen, wenn du den Fretless Bass spielst. Bei den Varianten wird zwischen „lined“ und „unlined“ getrennt. Der große Unterschied besteht darin, dass die lined Version anstelle der Bundstäbchen Linien besitzen, die der Orientierung dienen. Besitzt du einen Fretless Bass mit einer unlined Auslegung, so kannst du dich lediglich an den Markierungen auf der Stirnseite des Griffbretts orientieren. Klanglich gibt es keinen Unterschied zwischen den beiden Versionen.

Die größte Herausforderung beim Spiel des bundlosen E-Basses ist es die richtige Tonhöhe zu finden. Da es keine Bünde mehr gibt, kann die Saite in beliebigen Lagen angeschlagen werden. Dabei immer den richtigen Ton zu treffen, stellt für viele Künstler eine fast unüberwindbare Hürde dar. Die Saite muss sicher und stabil gegriffen werden, um einen sauberen Ton erzeugen zu können. In der Fachsprache wird dies als Intonation bezeichnet. Das ist nicht jedermanns Sache. Wird die Intonation regelmäßig geübt und somit folglich sicher sowie zuverlässig beherrscht, empfiehlt es sich, das Bass-Spiel blind zu üben. Im fortgeschrittenem Stadium solltest du den Fretless Bass mühelos, wie ein Modell mit Bundstäbchen spielen können.

  • Einziger Unterschied zu Standard-Bass: Bundstäbchen entfallen
  • Viel präziseres Spiel und saubere Intonation notwendig
  • Hilfslinien zur besseren Orientierung
Der Fretless Bass von Epiphone

Der Fretless Bass von Epiphone

5 erstaunliche Einsatzmöglichkeiten für den Fretless Bass in der Musikindustrie

Der Fretless E-Bass hält so einige Gustostücke bereit, die dich das mit Bünden bestückte Teile getrost vergessen lassen. Wir stellen dir fünf erstaunliche Einsatzmöglichkeiten vor, die du mit einem bundlosen Bass besitzt.

  1. Gleitender Tonwechsel durch Glissando

Ein fliegender Tonwechsel stellt für viele Bassisten ein schwieriges Unterfangen dar. Mit dem Fretless Bass kannst du problemlos zwischen jeder Lage sliden und entsprechende Glissandi scheinbar mühelos anwenden.

  1. Vibrato für expressive Tonentfaltung

Das Vibrato-Spiel hat ihren Ursprung in der klassischen Musik. Durch die veränderte Frequenz entsteht ein lebendiges Spiel der einzelnen Töne. Mit dem Fretless Bass bist du ein Stückchen näher an dem Kontrabass, was für dich auch das Spiel mit dem Vibrato erlebbar macht.

  1. Slapping mit dem Fretless Bass

Bestehende Bass-Techniken haben auch bei der bundlosen Bassgitarre ihre Gültigkeit. Die Spieltechnik ist deswegen umso sonderbarer, da die Intonation ohnehin ohne Slapping bereits die größte Schwierigkeit darstellt.

  1. Bending der Saiten

Generell gestaltet sich das Saitenziehen bei der Bassgitarre als äußerst schwierig bis fast unmöglich. Dennoch kommst du hin und wieder nicht drum herum und performst ein solches Schauspiel an einem Fretless Bass, dann ist es umso ansehnlicher.

  1. Das Tapping und der bundlose Bass

Wie schon beim Glissando erwähnt, lässt es sich auf dem Fretless Bass ideal sliden. Dies ruft natürlich auch die Tapping-Fanatiker hervor und somit kannst du diese Technik mit Vergnügen auf dem Instrument vortragen. In Kombination mit Slapping und anderen Künsten bist du dabei definitiv der Hingucker.

Die besten elektrischen Fretless-Bassgitarren für Anfänger und Profis

Einige Bässe eignen sich hervorragend als Einsteigermodelle und begleiten dich in deinem bundlosen Alltag. Ein großes Angebot wird dir durch das Musikhaus Thomann geboten. Wir stellen dir die exklusivsten Instrumente vor und geben eine Kaufempfehlung ab.

Marke:FenderHarley BentonRevolution
Modell:Jaco Pas­to­riusJB-40FLV5 Alder-4 NT FL
Korpus:ErleEscheErle
Mensur:LongscaleLongscaleLongscale
Preis:2.420 €169 €599 €

1. Fender Jaco Pastorius Bass FL

Wenn es einen Virtuosen gibt, der sich mit dem bundlosen Gerät einen Ruf erarbeitet hat, dann ist das Jaco Pastorius. Folglich ist es nur sinnvoll, dass ihm Fender eine Signature-Variante des bundlosen Basses widmet. Das Modell besticht vielleicht nicht gerade mit dem Preis, dafür kannst du jedoch ein perfekt abgestimmtes Setting erwarten, welches dir einen einmaligen Sound à la Jaco Pastorius zusichert.

2. Harley Benton JB-40FL 3-Tone Sunburst

Die günstigere Variante gibt es von Harley Benton in nobler Sunburst-Lackierung. Das Modell besitzt klare Züge und gibt dir eine Orientierungshilfe mittels Bundlinien. Für diesen Preis ein unschlagbares Angebot und besonders für Einsteiger zu empfehlen!

3. Marcus Miller V5 Alder-4 NT FL

Marcus Miller gilt als der Mastermind, was den Bass betrifft und hat eines der besten Bassolis der Welt geschrieben. Sein eigens designter Bass verzichtet auf Bundstäbchen. Knochensattel, Erlekorpus, Ahornhals und verchromte Hardware macht ihn zum Unikat. In der mittleren Preisklasse ist er für dich genau das richtige Instrument, wenn du professionell Bass spielen möchtest und dennoch nicht so tief in die Tasche greifen willst, wie für einen Kleinwagen.

Der bundlose Bass für Beat Excellence

Für viele Bassisten stellt das Instrument als Fretless Variante die Königsdisziplin dar, wenn es darum geht Bassgitarre zu lernen. Immerhin ist eine Menge Erfahrung gefragt, wenn du dich an den Fretless E-Bass herantraust. Alle Töne müssen ideal getroffen werden und eine entsprechende Intonation muss gegeben sein. Dafür erwartet dich ein lebendiger Sound mit stufenlosen Glissandi und einer Menge Beat. Größen, wie Marcus Miller oder Jaco Pastorius wären ohne den Fretless Bass nicht ausgekommen. Tapping, Slapping und Vibrato sind erstaunliche Spieltechniken, die auch bei dem E-Bass ohne Bünde eingesetzt werden können. Bei deinen Zusehern bist du definitiv der Hingucker und die Bass-Kollegen werden dich mit Argusaugen bewundern. Bei Thomann findest du ein vielfältiges Angebot an verschiedenen Bassgitarren. Auch Fretless-Versionen finden sich darunter und du kannst die volle Produktpalette ausschöpfen. Vom Harley Benton Modell ab 169 Euro bis zum Fender Jaco Pastorius Signature Bass für 2.420 Euro hast du die Qual der Wahl.

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