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Definition "Mediante" Musiktheorie verstehen

Definition: Was bedeutet "Mediante" ?

Mediante - Dieser aus der Musiktheorie stammende Terminus leitet sich aus dem lateinischen Sprachgebrauch ab und bedeutet das Folgende, siehe hier: „medius“, was „der Mittlere“ bedeutet. Gemeint ist zunächst einmal die Terz, die sich in der Mitte zwischen der Tonika und der Dominante befindet.

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Ausführliche Definition im bandup-Lexikon

Der Begriff „Mediante“ wird verschieden definiert:

  1. bezeichnet man als Mediante jeden Dreiklang, der mit einem anderen Dreiklang eine Terz-Verwandtschaft bezieht – das wären auf einen C-Dur-Akkord, der sich innerhalb des Tongefüges C-Dur befindet, a-Moll, A-Dur, As-Dur, as-Moll, Es-Dur und es-Moll – und
  2. bezeichnet man als Mediante nur explizit die Akkorde, die nicht diatonisch sind und somit ausschließlich nicht Leiter-eigenes Material beinhalten.

Somit wären z.B. A-Dur und Es-Dur, die beiden Tonarten, die sich innerhalb des Tongefüges C-Dur befinden, auf dessen tonikales Zentrum bezogen zwar Medianten, nicht aber a-Moll oder e-Moll, da sie ohne irgendeine Umwandlung (siehe: Alteration) aus Stammtönen der Skala C-Dur hervortraten. Um eine exakte Bestimmung vorzunehmen, unterscheidet man zwischen Ober- und Untermediante, die auch als Submediante bezeichnet werden kann. Dabei ist wesentlich, ob der Grundton des Dreiklangs, der einer Terz-Verwandtschaft unterliegt, über oder unter dem Grundton des Bezugsdreiklangs liegt. Dieser Sachverhalt ist für beide Definitionen relevant. Betrachten wir die erste Definition, muss Folgendes berücksichtigt werden: Jeder Dreiklang, dessen Grundton im Abstand einer Terz zum Grundton eines anderen Dreiklangs steht, kann als dessen Mediante angesehen werden.

Dabei gibt es einen Unterschied zwischen einer Kleinterz-Verwandtschaft und einer Großterz-Verwandtschaft: Der Kleinterz-Verwandtschaft obliegen alle Dur- und Molldreiklänge, deren Grundton sich entweder eine kleine Terz über oder unter dem Grundton des Ausgangsdreiklangs befindet. Dabei ist nicht von Bedeutung, ob die benötigten Dreiklangstöne in der Ausgangstonart enthalten sind (siehe: leitereigen) oder nicht. Einer Großterz-Verwandtschaft obliegen demnach alle Dreiklänge, deren Grundton sich entweder eine große Terz über oder unter dem Grundton des Ausgangsdreiklangs befinden. Hier gilt bezüglich der leiter- oder nicht leitereigenen Töne dasselbe Prinzip.

Bestehen die Medianten ausschließlich aus dem Material der leitereigenen Töne, kommt ihnen ein besonderer Stellenwert zu, wie nachfolgend beschrieben ist: Der Parallelklang ist die Mediante, die man der Kleinterz-Verwandtschaft zuordnet. Je nachdem, ob man sich in einer Dur- oder Molltonart aufhält, liegt die kleine Terz unter oder über dem Grundton, siehe hier: C-Dur bzw. a-Moll; f-Moll bzw. As-Dur; E-Dur bzw. cis-Moll; h-Moll bzw. D-Dur. Der Gegenklang, der auch als Gegenparallele bezeichnet wird, ist eine Mediante, die man der Großterz-Verwandtschaft zuordnet. Sie befindet sich in der Dur-Tonart eine große Terz über, und in der Molltonart eine große Terz unter dem Grundton, siehe hier: C-Dur bzw. e-Moll; f-Moll bzw. Des-Dur; E-Dur bzw. gis-Moll; h-Moll bzw. G-Dur.

Ursprung der Mediante

Ursprünglich wurde die in der Mitte liegende Kadenz, die oft in einer Psalmodie verwendet wurde, als Mediante bezeichnet. Außerdem wurde der Einzelton, der sich auf der dritten Stufe befand, als Mediante bezeichnet. Später wurde auch der Dreiklang als „Mediante“ bezeichnet, der sich über diesem Einzelton befand. Dieser Dreiklang wurde dann auf alle sich in einer Terz-Verwandtschaft befindlichen Nebendreiklänge übertragen, die somit zu einer Hauptfunktion zusammenfanden.

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Durch die Mediante wurde außerdem das Tongeschlecht bestimmt, sodass sich dieser Terminus im 18. Jahrhundert überall durchsetzte und weite Verbreitung fand. Im 19. Jahrhundert wurde der Begriff „Mediante“ auch auf „Dreiklänge mit leiterfremden Tönen“ ausgeweitet, siehe hier: E-Dur als Ober-, und As-Dur als Untermediante von C-Dur. Diese Spezialisierung auf leiterfremde Akkorde breitete sich aus. Man sprach also nicht mehr vordergründig davon, dass a-Moll die Untermediante von C-Dur ist, sondern von der Tonikaparallele; wobei die Bezeichnung „Untermediante“ des leiterfremden As-Dur erhalten blieb. Im Zeitalter der Romantik schätzte man den Klang der leiterfremden Medianten sehr. Für den Musikwissenschaftler Ernst Kurth war dieser Klang betörend schön, sodass er sich veranlasst sah, von dem „Zeitalter der Terzen“ zu sprechen. Ludwig van Beethoven war der erste Komponist, der während der Exposition eines Sonaten-Hauptsatzes, der in D-Dur komponiert  war, den Seitensatz anstatt in der herkömmlichen Dominant-Tonart, in der Obermediant-Tonart komponierte. Beispiele dafür sind die „Klaviersonate op. 31“, 1. Satz, sowie die „Waldstein-Sonate“, 1. Satz.

Medianten der Hauptfunktionen in DUR, Quelle: LEHRKLAENGE.DE

Medianten der Hauptfunktionen in MOLL, Quelle: LEHRKLAENGE.DE

 

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