Credit: Carlos Coronado

Das Schlagzeug besteht aus vielen verschiedenen Instrumenten, die alle zusammen erst das uns bekannte Drumset bilden. Dieser Umstand trägt zum Rollenbild des Schlagzeugers maßgeblich bei. In diesem Beitrag sehen wir uns jedes Element des Schlagzeugs an, beleuchten dessen Eigenheiten und erklären dir, wofür du es benötigst.

Schlagzeug: eine Kombination aus mehreren Schlaginstrumenten

Wie das Schlagzeug entstanden ist und welchen Hintergrund es hat, darüber haben wir uns schon in unserem Beitrag „Die Geschichte des Schlagzeugs“ unterhalten. Diesmal widmen wir uns genauer dem Klang, der Funktion und der Spielweise jedes einzelnen Elements der Drums. Dabei fällt bereits auf den ersten Blick auf, wie vielseitig das Drumset eigentlich ist. Ein Standardset, welches sich hervorragend für Anfänger eignet, besteht aus folgenden Teilen:

  • Bass Drum
  • Hi-Hat
  • Snare
  • kleine Tom
  • mittlere Tom
  • Standtom
  • Crash-Becken
  • Ride-Becken

In einem anderen Artikel haben wir uns mit der Notation des Schlagzeugs beschäftigt. Hier geht es rein um das Klangbild und die Einsatzmöglichkeiten der einzelnen Instrumente. Grob wird zwischen Becken und Trommeln unterschieden. Becken besitzen einen sehr hohen Klang, die Trommeln stellen den perkussiven Teil des Schlagzeugs dar. Nun möchten wir dir detailliert jeden Bestandteil des Schlagzeugs näher erläutern und dessen Spezialitäten beschreiben.

Bass Drum

Bei fast jedem Beat ist die Bass Drum im Einsatz. Sie wird mit einer Fußmaschine angesteuert und ist das tiefste Instrument des Schlagzeugs. Die große Trommel, wie sie oftmals auch genannt wird, setzt aktiv Akzente und verleiht den Drums ihren typischen Klang. Bei jedem Schlagzeug ist sie unverzichtbar.

Die Bass Drum ist eines der Hauptinstrumente des Schlagzeugs

Auch optisch ist die Bass Drum dominant. Sie ist liegend auf dem Boden platziert, ihr Trommelkessel ist mit Abstand am größten. Das Resonanzfell wird oftmals dafür verwendet, um hier das eigene Bandlogo oder aber die Marke des Schlagzeugs zu zieren.

Nachhall ist bei der großen Trommel oftmals unerwünscht. Aus diesem Grund wird sie sehr häufig bedämpft. Dies passiert mit einer Decke oder einem Polster. Die Bass Drum hat ein Schallloch, durch welches eben die Decke gestopft wird. Sie liegt dann innerhalb des Trommelkessels und wird dort je nach Wunsch des Drummers platziert. Für besonders schnelle Beats verwenden Schlagzeuger die Doublebass. Die Fußmaschine besitzt hierbei ein zweites Pedal, wodurch der Drummer die Bassdrum mit beiden Beinen anspielen kann.

Snare

Das zweite sehr wichtige Hauptinstrument des Schlagzeugs ist die Snaredrum. Im Wechselspiel mit der Bass Drum erzeugt sie den typischen Beat, welchen wir mit der klassischen Klangfarbe des Schlagzeugs wahrnehmen.

Für das schnarrende Geräusch hat die Snare einen Teppich an der Unterseite

Die Snare ist deutlich kleiner als die Bass Drum, wird deshalb oft auch als „kleine Trommel“ bezeichnet. Sie ist nicht liegend angebracht, sondern befindet sich direkt zwischen den Oberschenkeln des Drummers auf einer Halterung.

Die Snare Drum klingt anders als alle anderen Trommeln des Schlagzeugs. Konkret handelt es sich dabei um ein schnarrendes Geräusch beim Aufschlag. Auf der Unterseite der Snare ist ein Teppich angebracht, welcher dieses Schnarren erzeugt. Er kann wahlweise per Hebel gelöst werden, wodurch die Snaredrum auch erheblich anders klingt.

Hi-Hat

Mit der Hi-Hat sind die wichtigsten Hauptinstrumente des Schlagzeugs komplettiert. Tatsächlich kannst du die meisten Beats mit Bassdrum, Snare und Hi-Hat spielen. Alle weiteren Instrumente sind natürlich auch wichtig und setzen punktierte Akzente, aber diese drei Elemente sind bei jedem Drumset unverzichtbar.

Mit der Fußmaschine wird die Hi-Hat geöffnet und geschlossen

Bei der Hi-Hat handelt es sich um ein Beckenpaar, welche gegengleich auf einer Befestigung angebracht sind. Die beiden Becken sind mit der Wölbung zueinander gewendet und per Fußmaschine kann das Oberteile vertikal bewegt werden. Dies geschieht durch einen Federzug, der am oberen Becken angebracht ist.

Durch das Öffnen und Schließen der Hi-Hat entsteht ein buntes Klangbild, welches viel Varianz hineinbringen kann. Man kann dieses Instrument entweder komplett geschlossen oder vollständig geöffnet spielen. Vielfach ist aber auch beliebt mit dem geöffneten Zustand präzise Akzente zu setzen. In unserer Hörprobe kannst du sehr gut den Unterschied zwischen offener und geschlossener Hi-Hat hören:

Tom-Toms

Bei den Tom-Toms handelt es sich um jene Zwillingstrommeln, die direkt vor dem Schlagzeuger montiert sind. An der Oberseite der Bassdrum gibt es ein Gestänge, welches als Halterung für die Toms dient. Die gängigsten Varianten sind 08″, 10″, 12″, 13″ und 14″.

Die Hängetoms sind auf einer Halterung an der Bassdrum montiert

Sie fungieren als kleinere Versionen der Bass Drum, werden jedoch nicht stetig eingesetzt. Durch eine freischwingende Lagerung auf dem Drumset entfalten sie ihre maximale Klangvielfalt. In aller Regel werden sie von links nach rechts der Tonhöhe nach aufgehängt. Je nach Genre können beliebig viele Toms zusätzlich aufgestellt werden. Vor allem bei Musikrichtungen, wie zum Beispiel Metal, ist dies eine häufige Vorgehensweise.

Die Hängetoms besitzen ein Schlagfell und ein Resonanzfell. Verbunden ist das Ganze durch den Trommelkessel, wahlweise kann das Resonanzfell aber auch weggelassen werden. Die Klangfarbe wird dadurch maßgeblich beeinflusst. Hören wir uns mal an, wie solche Tom-Toms denn klingen:

Standtom

Als Ergänzung zu den beiden Toms wird eine tiefe Standtom im Drumset ergänzt. Sie steht auf eigenen Füßen und wird nicht an den Kessel der Bass Drum angebracht. Auch klanglich ist sie wesentlich tiefer, weshalb die Standtom hier extra angeführt wird.

Eine typische Floortom des Drumsets

In der Praxis wird sie auch als Floortom bezeichnet. Wie es ebenfalls bei den Hängetoms der Fall ist, können beim Drumset mehrere, verschieden große Standtoms aufgestellt werden.

Die Standtom ist ähnlich tief, wie die Bass Drum, wird daher gerne in Wechselwirkung mit eben dieser gespielt. Sie ist ein beliebtes Stilmittel für Fills und Betonungen. Der voluminöse, resonante Klangkörper eignet sich dafür hervorragend.

Crash-Becken

In der Becken-Abteilung gibt es neben der Hi-Hat noch das Crash-Becken. „Crash“ deshalb, weil die Klangfarbe des Cymbals häufig als explosiv beziehungsweise explosionsartig beschrieben wird. Lies hier unseren kompletten Ratgeber zum Thema Schlagzeug-Becken.

So sieht ein Crash-Becken aus

Das Becken ist vergleichsweise dünn, es ist in verschiedenen Durchmessern verfügbar. Die verwendeten Materialien sind zumeist Kupfer und Zinn (also sprich eine klassische Bronze-Legierung). Aspekte für die jeweils zu verwendende Legierung sind Haltbarkeit, Klangfarbe und Resonanz.

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Das Crash-Becken ist äußerst laut. Es besitzt sehr viel Sustain und kann seine Klangfarbe verändern, je nach Art und Weise wie du es schlägst. Durch seinen rauschartigen Sound wird das Crash Becken entweder während dem Refrain eines Songs verwendet oder aber akzentartig für einzelne Betonungen. Es markiert oftmals den Höhepunkt eines Stücks.

Ride-Becken

Eine weitere äußerst wichtige und sinnvolle Ergänzung des Drumsets ist das Ridebecken. Es steht klassischer Weise an der rechten Seite des Drummers und besitzt einen deutlich größeren Durchmesser als das Crash Becken.

Üblicherweise ist das Ride-Becken rechts vom Schlagzeuger platziert

Auch das Ride-Becken gibt es in unterschiedlichen Materialdicken und Durchmessern. Ebenfalls wird Bronze als Werkstoff für das Ride Becken verwendet.

Eine Besonderheit ist beim Ride Becken erwähnenswert: Zum Mittelpunkt hin gibt es an der Form eine Wölbung, die an eine typische Glockenform erinnert. Diese Glocke kann vom Schlagzeuger extra gespielt werden und erzeugt dabei einen höheren, helleren Ton.

Viele weitere Elemente am Drumset

Unsere Auswahl stellt das Standardset eines Drummers dar. Ist die Rede von einem Schlagzeug, so sind die beschriebenen Instrumente in aller Regel inbegriffen. Selbstverständlich gibt es eine schier endlose Ansammlung an verschiedenen Variationen von Tom-Toms, China-Becken, Splash-Becken, Cowbells, und so weiter. Das gesamte Instrumentarium kann also beliebig erweitert werden und hängt sehr von der Spielweise, den Zielen und den Wunschvorstellungen des Spielers zusammen.

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Das Schlagzeug Arbeitsblatt

Damit du stets den Überblick behältst und die Drums nachhaltig erlernen kannst, haben wir dir ein Arbeitsblatt vorbereitet. Dir steht das Schlagzeug Arbeitsblatt zum Download bereit, du kannst also jederzeit einen Blick darauf werfen, sofern du noch etwas unsicher bist. Das Schlagzeug Arbeitsblatt hilft dir dabei, den Überblick zu wahren und die Funktion sowie das Klangbild aller Instrumente des Drumsets zu verstehen. Aller Anfang ist schwer, aber mit unserer Hilfestellung bist du bestens gerüstet, einer der besten Schlagzeuger der Welt zu werden.

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