Der richtige Sound mit der passenden Tonabnahme

Der Ton eines Musikinstruments kann auf vielfältigste Art und Weise erzeugt werden. Durch Streichen, Zupfen oder Schlagen entstehen unterschiedlichste Klangfarben, die der Musik Ausdruck verleihen. Die Akustik kann durch elektrische Hilfsmittel beliebig erweitert werden. Bei einer E-Gitarre beispielsweise wird der Gitarrenverstärker als Teil des Instruments betrachtet. Dieser ist hauptsächlich für die Klangfarbe des Instruments verantwortlich. Zahlreiche Variationen haben sich im Laufe der Zeit gebildet, viele erfolgreiche Musiker sind bekannt für ganz typische Klänge. Einen wesentlichen Beitrag leistet der Tonabnehmer!

Er fungiert als Verbindungsstelle zwischen Gitarre und Verstärker. Grund genug, diesen genauer und unter die Lupe zu nehmen. Worauf es beim Tonabnehmer ankommt und wie du das Klangbild beeinflussen kannst, wird in diesem Beitrag detailliert beschrieben.

Was ist ein Tonabnehmer?

Wie es der Name eigentlich schon verrät, hat der Tonabnehmer die Aufgabe den Ton der Saite abzunehmen und an einen Verstärker zu übertragen. Noch klarer wird dies durch die englische Bezeichnung „Pickup“, also Abnehmer. Im Grunde wird dabei durch die Schwingung der Saite eine elektrische Spannung erzeugt. Der Ton wird also quasi von einer Schallwelle in ein elektrisches Signal umgewandelt. Im Verstärker wiederum wird der elektrische Strom über Röhren oder Transistoren verstärkt und als akustisches Signal wiedergegeben.

Je nach Bauart des Tonabnehmers kann dieser die Charakteristik komplett auf den Kopf stellen. Er gilt als eines der Kernelemente einer E-Gitarre und wird oftmals gerne modifiziert, um einen einzigartigen Sound zu erreichen. Viele Hersteller stecken Jahrzehnte langes Know-how in die Entwicklung, sodass ein Alleinstellungsmerkmal gesetzt wird. Natürlich hängt der Sound zu einem großen Teil auch vom entsprechenden Verstärker ab. Eine gute Kaufberatung für deinen Verstärker findest du hier.

Welche Gitarren haben einen Tonabnehmer?

Grundsätzlich muss bei jeder Form der elektrischen Gitarre ein Pickup verbaut sein. Schließlich gelangt nur so der Ton zum Verstärker. Dies betrifft also vorwiegend E-Gitarren, aber ebenso halbakustische Instrumente. Dabei ist die Klampfe fast ausschließlich mit mehreren Pickups ausgestattet. Mittels Schalter kann gewählt werden, welcher Tonabnehmer eingeschalten und welcher momentan nicht in Betrieb ist. Neben dem klassischen 3-Wege-Schalter, gibt es auch das Prinzip des 5-Wege-Schalters, wobei hier mehrere Pickups aktiv sein können. Eine Mischung aus hartem und weichem Sound erhöht die Varianz der möglichen Klangbilder erheblich.

Die Halbresonanzgitarre ist eine E-Gitarre mit einem hohlen Korpus. Sie ist mit herkömmlichen Tonabnehmern ausgestattet und kann an jedem Gitarren-Verstärker angeschlossen werden. Durch F-Löcher an der Decke sorgt dies nicht nur für einen besonders anmutende Optik, sondern auch für eine erweiterte Klangentfaltung.

Nach Bedarf kann eine Westerngitarre mit einem Pickup ausgestattet werden. In diesem Fall kommt jedoch ein Tonabnehmer mit Piezoelektrizität als Technologie zum Einsatz.

Jetzt fragst du dich, welcher Tonabnehmer denn nun der richtige für dich ist? Darüber musst du dir vorerst gar keine Gedanken machen. Kaufst du dir eine E-Gitarre, dann sind die Pickups bereits verbaut und optimal auf das Instrument abgestimmt. Hier findest du eine gute Übersicht über die besten E-Gitarren für Anfänger.

tonabnehmer

Tonabnehmer findet man an jeder E-Gitarre

Wie funktioniert ein Tonabnehmer?

Technisch gesehen handelt es sich bei einem Tonabnehmer um einen magnetischen Kern, welcher mit einer Spule umwickelt ist. Die Schwingung der Saiten bewirkt eine Feldänderung und damit wird eine Wechselspannung erzeugt. Unter Ingenieuren wird das Phänomen auch als elektromagnetische Induktion bezeichnet. Im Übrigen stellt dies den Grund dar, warum Saiten für E-Gitarren ausschließlich aus Stahl bestehen. Saiten aus Nylon besitzen nicht die erforderlichen elektromagnetischen Eigenschaften, kommen daher für das Zupfinstrument in elektrischer Form nicht infrage. Warum das so ist und noch mehr nützliche Infos zum Thema Gitarrensaiten und Gitarre stimmen findest du auf meinem Blog.

Für die Klangunterschiede sind zwei Faktoren besonders entscheidend. Einerseits kann der Magnetkern den Sound beeinflussen, andererseits muss auf den Abstand zwischen Saite und Tonabnehmer geachtet werden.

Eine besondere Bauart sind sogenannte Piezokristalle. Hierbei handelt es sich um ein kleines Keramikbauteil, welches durch die Schwingung der Saite mechanisch verformt wird. Dadurch wird elektrische Spannung erzeugt und der Ton wird an den Verstärker weitergegeben. Der Tonabnehmer ist dabei meistens auf dem Steg angebracht, kann aber genauso im Korpus befestigt werden.

Gitarren mit einem Piezo-Tonabnehmer werden genauso gespielt, wie auch herkömmliche E-Gitarren mit elektromagnetischen Tonabnehmern. Die Technik der Schlaghand sowie jegliche Grifftechniken sind absolut gleich und erfordern keine sonderlichen Kenntnisse. Wenn du neu in dem Metier bist, dann lies dir hier Informationen über die besten Gitarrenkurse durch.

Wie baue ich die Tonabnehmer selber ein?

Um diese Frage zu beantworten, hilft dir vielleicht dieses Video, wo dir sehr gut und einfach erklärt wird, wie du an deiner E-Gitarre die Tonabnehmer wechseln kannst.

Welche Tonabnehmer gibt es?

Pickups werden in zwei große Hauptgruppen unterteilt. Einerseits gibt es den Single Coil. Die englische Bezeichnung verrät bereits, dass es sich um eine einfache Wicklung handelt. Der Single Coil wird in seiner Klangfarbe als sehr klar beschrieben. Er eignet sich besonders gut für den höheren Frequenzbereich, wird daher gerne bei diversen Soli eingesetzt. Der Nachteil an einem Single Coil sind die Störeffekte. Der Pickup ist darauf sehr empfindlich und um bei diesem Problem Abhilfe zu schaffen wurde im Laufe der Zeit der Humbucker entwickelt. Dieser stellt zugleich die zweite wichtige Art an Tonabnehmern dar und ist nichts anderes als zwei Single Coils kombiniert. Das englische Wort kann wörtlich als „Brummunterdrücker“ übersetzt werden und wird seiner Bezeichnung vollkommen gerecht. Der doppelspulige Pickup hat den Vorteil, dass er unerwünschte Geräusche sauber herausfiltert. Die Klangcharakteristik wird oftmals als sehr weich und mittenbetont beschrieben.

Neben den genannten Arten gibt es ein paar Sonderbauformen, die letztlich ebenso den oben erwähnten Hauptgruppen zugeordnet werden können. Von vielen Gitarristen wird der P-90 Tonabnehmer als Humbucker angesehen, obwohl es sich technisch um einen verbreiterten Single Coil handelt.

Der Split Coil stellt zwei versetzte Single Coils dar. Er wird vor allem beim E-Bass eingesetzt. Die Stacked-Version des Humbuckers sieht zwar optisch wie ein Single Coil aus, hat aber die zweite Spule unter der anderen angeordnet. Dadurch findet trotzdem eine Geräuschunterdrückung statt und der Klang entfaltet sich, wie bei einem klassischen Single Coil. Eine weitere Sonderform des Tonabnehmers ist der aktive Pickup. Hier ist in der Gitarre ein kleiner Vorverstärker verbaut, welcher für zusätzliche Klangqualität sorgt. Besonders für E-Bässe wird ein solcher Pickup häufig verwendet.

Bekannte Hersteller von Gitarren Pickups

Die beliebtesten Gitarrenbauer setzen auf eigens hergestellte Pickups. Fender, Gibson, Gretsch und PRS stellen ihre Tonabnehmer selbstständig her und verbauen diese in den eigenen Gitarren. Der klassische Fender Stratocaster Single Coil gilt dabei schon fast als legendär. Auch der P90 von Gibson war wegweisend für viele andere Modelle. Neben den bekannten Herstellern, gibt es aber auch andere Firmen, wie Seymour Duncan, die sich auf die Erzeugung von Tonabnehmern spezialisiert haben. Im Onlineshop von Thomann findest du die besten Pickups zu fairen Preisen:

Modell:P90 Soapbar BKPickup 57/​62 StratSetSeth Lover Set Nickel
Marke:GibsonFenderSeymour Duncan
Kategorie:P-90Single CoilHumbucker
Verdrahtung:2-adrig2-adrig2-adrig
Leistung:MediumVintage-
Farbe:SchwarzWeißNickel
Position:Bridge, NeckBridge, Middle, NeckBridge, Middle
Stratocaster:NeinJaNein
Preis:98 €215 €271 €

Welcher ist der richtige Tonabnehmer für mich?

Die Anordnung und Auswahl der Tonabnehmer kann ganz nach eigenen Wünschen und Vorstellungen durchgeführt werden. Die persönliche Note darf dabei nicht zu kurz kommen. Dass es nicht das eine „richtige“ Konzept gibt, ist klar, denn das Klangbild ist immer Geschmackssache. Während einige Gitarristen ausnahmslos auf Humbucker beharren, sind andere der Meinung, der Single Coil wäre die richtige Wahl.

Für welchen Pickup du dich entscheidest, bleibt schlussendlich dir selbst überlassen. Zwischen Effektgeräte, Verstärker und Tonabnehmer gibt es zahlreiche Einstellungen, die eine fast grenzenlose Variation zulassen. Besonders als Anfänger kannst du dabei schnell den Überblick verlieren. Du solltest dabei bedenken, dass die größten Gitarrenbauer nicht ohne Grund ein erprobtes Konzept verwenden. Während Fender seit jeher auf Single Coils setzt, gilt Gibson als Entwickler des heutigen Humbuckers. Beiden wird ein typischer Soundcharakter zugeschrieben, der sie groß herausgebracht hat. Zahlreiche bekannte Gitarristen setzten bei ihrem Gitarrenzubehör auf diesen altbewährten Klang.

Worauf muss bei einer Gitarre mit Tonabnehmer geachtet werden?

Für die Schaltung des Tonabnehmers sind elektrotechnische Kenntnisse notwendig. Kennst du dich nicht aus damit, dann lass lieber den Fachmann ans Werk. Die richtige Einstellung des Tonabnehmers bei der Montage ist entscheidend für die Qualität des Sounds. Auch hier gibt es nicht ein einziges Konzept, sondern richtet sich ganz stark nach den Wünschen und Vorstellungen des Gitarristen. Trotzdem gilt als Faustregel, je kürzer der Abstand zwischen Saite und Tonabnehmer ist, desto störungsfreier ist der Sound.

Möchtest du dein Instrument mit einem anderen Pickup ausrüsten, dann solltest du auf die Abmessungen achten. Humbucker sind bekanntlich breiter und passen daher nicht in eine Ausfräsung für Single Coils. Unter Umständen musst du den Korpus deiner Gitarre anpassen.

Wo kann ich einen Pickup kaufen?

Wie schon angemerkt findest du den Tonabnehmer auf deiner gekauften Gitarre bereits verbaut vor. Bist du mit dem Klang nicht zufrieden oder hast eine Freude am Basteln und Experimentieren, dann kannst du natürlich Tonabnehmer als Ersatzteile nachkaufen. Das Musikhaus Thomann bietet dir viel Flexibilität und vor allem ein riesiges Sortiment. Dabei hast du freie Wahl, ob du dich für einen namhaften Hersteller oder eher für eine preiswerte Alternative entscheidest. Kundenbewertungen, Testberichte und Klangproben unterstützen dich bei deiner Entscheidung. Solltest du nicht zufrieden sein, dann kannst du das Zubehör unkompliziert wieder zurücksenden. Hier findest du Pickups und Tonabnehmer:

Die Preise von Tonabnehmern beginnen bei rund 60 Euro und haben nach oben fast keine Grenzen. Humbucker sind etwas teurer, da zwei Spulen gewickelt sind. Für einen Tonabnehmer mit guter qualitativer Verarbeitung müssen Kosten von circa 150 Euro eingeplant werden. Normalerweise kannst du jeden beliebigen Pickup mit so ziemlich jeder Gitarre kombinieren. Einerseits erhältst du damit die Möglichkeit dein preiswertes Instrument zu veredeln, andererseits kannst du die Vorteile verschiedener Modelle kombinieren und damit einen einzigartigen Sound kreieren.

Fazit

Der Tonabnehmer ist eines der zentralen Elemente der E-Gitarre. Er sorgt als Verbindungsglied zwischen Saite, Gitarre und Verstärker für die Übertragung des Signals und ist dabei maßgeblich für die Klangfarbe verantwortlich. Abgestimmt mit Effektgeräte und dem Gitarrenverstärker kann eine Vielzahl an unterschiedlichen Sounds eingestellt werden. Für viele Gitarristen wird der Pickup daher als eines der wichtigsten Komponente an dem Instrument verstanden. Dementsprechend gibt es eine überaus große Auswahl, die den gesamten Bedarf abdeckt. Schaust du in den Onlineshop von Thomann, dann kannst du kaum mehr den Überblick behalten. Als Anfänger ist es nie falsch auf altbewährtes zurückzugreifen. Entscheidest du dich für einen Single Coil von Fender oder einen Humbucker von Gibson beziehungsweise Seymour Duncan, so machst du damit definitiv keinen Fehler.