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Im Dschungel der vielen Bass-Modelle kann man sehr rasch den Überblick verlieren. Wir helfen dir aus diesem Labyrinth heraus und sorgen dafür, dass du dich auf das Wesentliche beim Bass-Kauf konzentrierst. Darüber hinaus erhältst du eine exklusive Kaufempfehlung von uns.

E-Bass: die Kaufkriterien

Unter bestimmten Gesichtspunkten solltest du deinen Bass wählen. Wir haben dir die wichtigsten Eckpunkte zusammengefasst, welche die Kaufentscheidung maßgeblich beeinflussen:

  1. Genre
  2. Können und Alter des Spielers
  3. Klang des Basses
  4. Zubehör
  5. Budget

Eigentlich gibt es sogar noch ein sechstes Kriterium, nämlich die Optik. Diese haben wir aber jetzt außen vor gelassen, da es sich tatsächlich nur um das Aussehen handelt und dies meist nichts mit dem Klang zu tun hat. Klar ist aber auch: das Auge kauft immer mit und so sollte dir der Bass schon auch gefallen. Außerdem trägt die Korpus-Form maßgeblich zum Tragekomfort bei. Dennoch kann die Optik als sekundär betrachtet werden.

Vom Musikgenre hängt viel mehr ab, als du denkst. Unter anderem wird die Tonvielfalt stark beeinflusst. Wenn du dich in deiner Band für Metal entschieden hast, dann wirst du unter Umständen einen 5-Saiter Bass benötigen. Selbst im Jazz kommt dieser häufiger zum Einsatz, wenn auch mit einer hohen C-Saite. Kaufe stets einen E-Bass, der deinem Niveau gerecht wird. Für Kinder bieten sich sogenannte Shortscale-Bässe an, wobei die Mensur verkürzt ist und damit das Handling deutlich leichter fällt. Niemand hat etwas davon, wenn du einen Bass spielst, der zu viel Gewicht hat und zu lang ist. Der Klang ist natürlich abhängig vom verwendeten Verstärker. Die beiden Geräte sollten optimal aufeinander abgestimmt sein, sodass du deinen Wunschsound entfalten kannst. Über dem Standard Longscale steht der Extra-Longscale-Bass, welcher fast immer mit einer tiefen H-Saite zum Einsatz kommt. Sämtliches Zubehör und auch Features solltest du bei deiner Kaufentscheidung berücksichtigen. Wie viele Tonabnehmer besitzt der Bass? Was kannst du alles adjustieren? Ist ein aktiver oder passiver Tonabnehmer vorhanden? Gibt es ein Set, worin der Verstärker bereits inkludiert ist? Stell dir diese Fragen und wirf einen kritischen Blick darauf. Letztendlich bestimmt auch das Budget darüber, welchen Bass du dir kaufen kannst.

  • Kaufentscheidung von Niveau, Genre, Klang und Zubehör abhängig
  • Probieren geht über Studieren
  • Optik und Budget spielen meist ebenso eine Rolle

E-Bässe für Anfänger

Besonders als Anfänger hast du massive Schwierigkeiten, den geeigneten Bass zu finden. Du wirst mit der Auswahl förmlich erschlagen und findest dich überhaupt nicht zurecht. Als Starter mit diesem Instrument kannst du kaum die wesentlichen Aspekte beleuchten, was wohl zwangsweise dazu führt, dass du zum falschen Gerät greifst. Für den Beginn empfehlen wir dir möglichst zu einem Standard-Bass zu greifen. Dieser sollte vier Saiten und zwei Pickups besitzen. 5-Saiter, Fretless Bässe und teuerste Signature-Instrumente sind erst in einem weiteren Schritt empfehlenswert. Hast du das Wesen des Basses begriffen, kannst du gerne die zahllosen Variationen austesten. Probiere das Spielgerät zunächst aus und mach deine eigenen Erfahrungen damit. Einen Vorteil erlangst du durch die Wahl eines Bass Sets. Dabei gibt es Bassgitarre, Verstärker, Tragegurt und Klinkenkabel gleich im Paket. In den meisten Fällen profitierst du von einem verbesserten Preis und obendrein erhältst du ein Set, worin Verstärker und Bass bereits aufeinander abgestimmt wurden.

Die allererste Bassgitarre sollte ein ausreichendes Qualitätsniveau aufweisen. Verstimmen sich die Saiten umgehend, sobald du das richtige Tuning eingestellt hast, dann passt wohl das gesamte Setting nicht. Besonders als Anfänger musst du auf eine stabile Stimmlage achten. Natürlich sind hier Modelle von Fender, Gibson oder Music Man wesentlich ausgereifter. Halsstab, Bünde, Sattel und Korpus werden anhand Jahrzehnte langem Know-how gefertigt und entsprechend assembliert. Trotzdem gibt es auch einige Hersteller, die sich dieses Wissen binnen kürzester Zeit angeeignet haben und ebenso gute Bässe auf dem Markt anbieten. Speziell Ibanez und Harley Benton haben sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht. Sie stellen dir Bässe mit wohl erprobten Designs und vielen Funktionen zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es die Günstig-Schiene von Fender namens Squier. Dieser Fender Squier Precision Bass trumpft definitiv auf und macht selbst der Mutter-Marke gehörig Konkurrenz. Viele Bassgitarren sind zum kleinen Preis erhältlich, wodurch der Geldbeutel kaum belastet wird. Es handelt sich um eine einmalige Investition. Daher solltest du in erster Linie nicht nur auf den Preis achten. Nichtsdestotrotz ist es verständlich, dass du (besonders zu Beginn) keinen Bass um 5.000 Euro beschaffen möchtest. Squier, Ibanez, Harley Benton und Marcus Miller sind dabei die perfekten Alternativen. Zwischen 200 und 800 Euro findest du eine große Bandbreite an Bässen, die einerseits gut aussehen und andererseits auch eine großzügige Klangentfaltung mitbringen. Damit bist du für die ersten Lessons ebenso gerüstet, wie auch für den professionellen Bandauftritt.

  • Gute Bässe von Ibanez, Squier oder Harley Benton
  • Preisklasse von 200 bis 800 Euro
  • Standard-Bass zum Einklang empfehlenswert

Das Genre und der Bass

Deine Spielweise gibt beim Bass den Ton an. Bist du die Slap-Technik gewohnt, dann brauchst du eher einen cleanen Sound. Verzerrung ist dann mehr unter den Metal-Bassisten gewünscht. Sie bringen meist einen Klang zustande, der jenem der Gitarre sehr ähnlich ist. Der Fender Precision Bass ist wohl das berühmteste Modell schlechthin. Er wurde in den 1950er Jahren entwickelt, galt damals als Revolution. Heute ist der „Preci“ immer noch ein äußerst beliebtes Modell und kommt in zahlreichen Genre zur Anwendung. Rock, Blues, Punk oder Folk sind nur einige davon. Die Grenze zum Jazz Bass ist fließend. Dieser kommt vorwiegend in Jazz- und Blues-Bands zum Einsatz. In den letzten Jahren wurde die Weiterentwicklung des Basses deutlich vorangetrieben. Ein Fünfsaiter Bass ist in mehreren Metal-Genres mittlerweile Standard und häufig anzutreffen. Das bundlose Modell verbindet den Bass mit seiner Urform, nämlich dem Kontrabass. Auch bei den Werkstoffen wurde experimentiert. Bestimmte Varianten haben sich mit einem Korpus aus Aluminium oder Kunststoff hervorgetan. Sogar die Bass-Ukulele findet sich im Programm so mancher Onlineshops.

Die Konstruktion hat ebenso Einfluss auf den Klang. Vor allem die Korpus-Hals-Verbindung ist dabei im Fokus. Ein geleimter oder geschraubter Hals wird als eher rasch ansprechend beschrieben. Präzise Rhythmen lassen sich damit ideal auf dem Bass bespielen. Dem gegenüber ist eine durchgehende Version besser für den Sustain geeignet. Lange auslaufende Töne sind hier an der Tagesordnung. Bei den Tonabnehmern hast du die Wahl zwischen Single Coil, Humbucker und Split Coil. Während du erstere bereits von der Gitarre kennst, ist vor allem der Split Coil von Interesse. Im Grunde ist dies ein Humbucker, wobei zwei kleine Spulen versetzt zueinander angeordnet sind. Damit nimmt der eine Teil die tieferen und der andere Teil die beiden höheren Saiten ab. Störgeräusche werden somit herausgefiltert und trotzdem ähnelt der Sound einem Single Coil.

  • Precision- und Jazz-Bässe als historisch bedeutende Modelle
  • Atypische Varianten (fretless, 5-Saiter, etc.) immer häufiger
  • Große Auswahl in Onlineshops

Die beliebtesten Bässe im Überblick

Neben herkömmlichen 4-Saiter Precision Bässe, gibt es 5- und 6-Saiter, Fretless Bässe, Heavy-Modelle und selbstverständlich das ganze Paket auch als Linkshänder-Variante. Damit du tatsächlich den ultimativen Überblick hast, haben wir dir eine Übersicht mit den beliebtesten Modellen vorbereitet:

HerstellerTypeBildBesonderheitenPreis
FenderPlayer Series P-Bass MN TPLSingle Split Coil, Open-Gear Mechaniken für stabile Stimmlage, großartige Intonation777 €
Music ManStingray 4 Special Speed BlueMechaniken asymmetrisch angeordnet, ein Humbucker Pickup, Pionier im Bereich aktive Tonabnehmer2.890 €
FenderAM Perf Jazz Bass RW 3TSBZwei Single Coil Tonabnehmer, Erle Korpus, Ahorn Hals, Palisander Griffbrett1.299 €
HöfnerIgnition SE BundleKorpus in Violinen-Form, mit Gigbag, eines der beliebtesten Modelle359 €
EpiphoneThunderbird IV VSBzwei Humbucker Tonabnehmer, eher für Profis geeignet aufgrund der Kopflast388 €
SquierAff. Jazz Bass 3-SBzwei Single Coils, außergewöhnliches Preis-Leistungs-Verhältnis235 €
Harley BentonJB-75 NA Vintage Serieklassischer Jazz-Bass, ausgefallene Bundmarkierung168 €
IbanezIJSR190-BKSplit Coil und Single Coil, praktisches Set, große Tonvielfalt, optisch ansprechend, unser Geheimtipp279 €
Bildquellen Musikhaus Thomann

Natürlich ist der Fender Precision Bass jenes Modell, an dem sich die Konkurrenten messen. Epiphone, Höfner und Harley Benton brauchen sich aber hier definitiv nicht zu verstecken. Sie begeistern die Masse ebenso mit einem klaren Sound und brechen ständig neue Verkaufsrekorde. Die Marke Music Man hat tatsächlich einen Zusammenhang mit Fender. Niemand geringerer als Leo Fender hatte das Unternehmen als „Tri-Sonic Inc.“ gegründet, als man sich zuvor im Streit von Fender Music trennte. Der berühmte Stingray ist noch heute ein Kassenschlager schlechthin. Squier und Harley Benton sind weitere perfekte Ergänzungen im Portfolio. Eine Sonderstellung nimmt der Höfner Ignition SE Bass ein. Der Korpus erinnert an jenen der Geige. Paul McCartney von den Beatles brachte diesen Bass zum Ruhm, welcher auch heute noch anhält. Bässe von Ibanez, Schecter und ESP runden das Angebot ab. Die Korpus-Formen sind äußerst ausgefallen und reichen tief in die Metal-Sparte hinein. Verarbeitung und Tonabnehmer sind ebenso hochwertig und stehen den Mitbewerber-Produkten um nichts nach.

Die Thunderbird ist zwar ein großartiges Instrument, bedenke aber, dass sie einen entscheidenden Nachteil für dich als Anfänger mitbringt. Durch den schlanken Korpus und die massive Kopfplatte ist der Bass äußerst kopflastig. Du merkst dies, indem du die Bassgitarre auf dem Gurt trägst und beide Hände loslässt. Das ganze Teil kippt sofort in Richtung des Kopfes, da hier ein Ungleichgewicht herrscht. In der Praxis kann dies auf Dauer mühsam sein, da du der Schwerkraft ständig entgegen wirken musst. Hinter dem Ibanez 4-Saiter Bass versteckt sich unser Geheimtipp. Das Instrument sieht gut aus, ist in verschiedenen Farben erhältlich, bringt durch den Einsatz von Split- und Single-Coil eine große Tonvielfalt mit und ist obendrein zum kleinen Geld erhältlich. Auch mit der Harley Benton Bassgitarre kannst du als Starter nichts falsch machen. Die komplette Konstruktion ist dem erprobten Design von Fender nachempfunden. Ein geschraubter Hals, robuste Mechaniken, zwei Single Coil Pickups und ein Vintage Steg kommen dir hier zugute.

  • Fender Precision Bass als Nonplusultra
  • Harley Benton und Squier als beliebteste Modelle
  • Höfner Violinbass mit Sonderstellung

Unsere Empfehlung für Anfänger: Marcus Miller V7 2nd Gen

Der Jazz Bass von Marcus Miller bildet die perfekte Balance zwischen guter Spielqualität und ausgezeichnetem Preis. Du bekommst ein vollwertiges Instrument, welches für jeden Einsatz gedacht ist. Ein aktiver Tonabnehmer ist in dieser Preisklasse integriert. Fünf Regler stehen dir für die Klangentfaltung zur Verfügung. Beide Pickups können aktiv oder passiv gespielt werden, was zu einer unglaublichen Klangfarbe führt. Somit ist der Bass von Marcus Miller der perfekte Begleiter für dich, wenn du gerade frisch angefangen hast und zugleich auch, falls du bereits Erfahrung mitbringst. Darüber hinaus gibt es ein schönes Design mit einem originellen Schlagbrett. Bei jedem Konzert bist du der Hingucker und noch dazu fällst du auch klanglich positiv auf.

Unsere Empfehlung für Fortgeschrittene: Music Man StingRay

Schon Cliff Williams, John Deacon, Tim Commerford und Flea wussten, dass der StingRay von Music Man das vielseitigste Modell in seinen Reihen ist. Tatsächlich wurde bei diesem Modell wirklich an alles gedacht. Optisch nicht wahrnehmbar ist die kleine 9-Volt-Batterie, welche die Funktion eines Vorverstärkers im Bass übernimmt. Das Instrument wird somit deutlich vielseitiger, was den Klang betrifft. Höhen, Tiefen und Mitten können direkt mittels Reglern auf dem StingRay gesteuert werden. Ein Novum in der Musikindustrie. Klangtechnisch ordnet sich das Gerät zwischen Jazz, Rock, Blues und Funk ein. Aber auch Grunge, Hardrock und ähnliche Subgenre eignen sich für den StingRay. Ein großartiges Instrument, welches den professionellen Spieler bei der Probe, wie auch auf der Bühne gleichermaßen bestmöglich unterstützt.

Günstig vs. teuer: worin liegen die Unterschiede?

Als Laie wirst du einen teuren Bass von einem günstigen Instrument kaum differieren können. Ehrlich gesprochen, können dies auch oft absolute Profis kaum beschreiben. Das unterschiedliche Spielgefühl lässt sich kaum in Worte fassen und wohl am ehesten mit einem Auto vergleichen. Einen Mercedes S-Klasse zu fahren, macht doch einen gewaltigen Unterschied zu einem VW Golf. Beides sind aber neue sowie innovatives Autos und du kommst komfortabel von A nach B. Ähnlich verhält es sich mit einem Harley Benton JB-20 SB Standard Bass und einer Gibson Thunderbird. Die Faktenlage spricht eine deutlichere Sprache: ein geschraubter Hals aus Ahorn, zwei Single Coils und ein Amaranth Griffbrett stehen zwei Thunderbird Humbucker, einem geleimten Korpus aus Mahagoni und einem Palisander Griffbrett gegenüber. Grundsätzlich beides gut erprobte und wohldurchdachte Systeme. Dennoch wird die Thunderbird mit einem leichteren Spielgefühl, einem ausgezeichneten Handling und einer äußerst stabilen Stimmung punkten. Was macht den Unterschied aus? Neben den verwendeten Werkstoffen ist dies vor allem auch die Verarbeitung. Maßtoleranzen sind bei hochwertigeren Instrumenten enger. Dadurch sind Passungen genauer, was wiederum zu einer besser abgestimmten Bassgitarre führt. Außerdem werden die besten Tonabnehmer verbaut, was einen erstklassigen Klang hervorbringt.

  • Unterschiede meist im Spielgefühl
  • Hochwertige Werkstoffe und qualitative Verarbeitung bei teuren Instrumenten
  • Bewährte Systeme bei günstigen Modellen

Fazit: Der perfekte Bass für dein Spiel

Der Bass ist ein sehr vielseitiges, oftmals unterschätztes Instrument. Gerne belächelt, ist er unverzichtbar für jede Band. Jeder, der schon einmal das Gefühl hatte, dass den White Stripes etwas fehlt, der wird darin bestärkt, dass der Bass ein enorm wichtiges Instrument ist. Willst du mit dem Viersaiter starten, dann musst du zuvor einige Vorbereitungen treffen. Neben dem passenden Kurs ist auch das richtige Instrument gefragt. Auf den ersten Blick wirst du förmlich von dem großzügigen Angebot erschlagen. Wie aber filterst du die besten E-Bässe für den Beginn heraus? Orientiere dich an den wesentlichen Dingen. Dein Spielniveau, das Budget und der Klang des Basses sind dabei die wichtigsten Kriterien. Auf jeden Fall solltest du das Instrument ausprobieren, bevor du den Bass kaufst. Passen Handling und Spielgefühl? Dann muss der Bass nur noch zum gewünschten Budget stimmen. Als Anfänger solltest du dich an den herkömmlichen Standard halten. Dies ist ein 4-Saiter E-Bass mit ein oder zwei Tonabnehmer. Ob Split- oder Singlecoil macht zwar beim Klang einen Unterschied, die Bespielbarkeit ändert sich dadurch jedoch kaum. Im Set kaufst du definitiv günstiger. Das Paket aus Tragegurt, Bassgitarre und Verstärker bietet sich für dich besonders als Anfänger an. Im fortgeschrittenen Bereich empfehlen wir dir einen hochwertigen Music Man StingRay, Fender Precision oder Gibson Thunderbird Bass. Diese Modelle sind Pioniere in ihrem Fach, sämtliche große Bassisten haben sich ebenfalls für diese Modelle entschieden.